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Testfahrt
Premiere: Von Berlin nach Dresden mit dem IC 2

Ein Foto im November 2016: Bei Brenitz im Landkreis Elbe-Elster waren Gleisbett, Signaltechnik und Fahrleitungen komplett demontiert worden.
Ein Foto im November 2016: Bei Brenitz im Landkreis Elbe-Elster waren Gleisbett, Signaltechnik und Fahrleitungen komplett demontiert worden. FOTO: Frank Claus
Elsterwerda. Fünf Tage vor Freigabe der Strecke Berlin-Dresden rollt am Dienstag ein Sonderzug auf der Neubaustrecke zwischen Berlin und Dresden. Unter den Gästen der Premierenfahrt sind auch einige RUNDSCHAU-Leser. Von Frank Claus

Pünktlich 11.26 Uhr soll er am Dienstag am Berliner Hauptbahnhof abfahren – der Sonderzug IC 2. Das Ziel ist Dresden. Mit an Bord Prominenz aus Landes- und Bundespolitik, die Konzernbeauftragten der Bahn aus Brandenburg und Sachsen, Landräte und Bürgermeister von Kreisen und Orten an der Strecke sowie RUNDSCHAU-Leser. Nach 16 Monaten Sperrung zwischen Wünsdorf im Landkreis Teltow-Fläming und Hohenleipisch im Landkreis Elbe-Elster ist es der erste Zug, der den fast komplett neu gebauten 73 Kilometer langen Abschnitt passiert. Am 10. Dezember geht die Strecke mit dem Fahrplanwechsel regulär in Betrieb.

Der Abschnitt zwischen Wünsdorf und Hohenleipisch gehört zur 125 Kilometer langen ersten Ausbaustufe zwischen dem Berliner Außenring und Kottewitz bei Meißen (Freistaat Sachsen), die in wesentlichen Teilen für Tempo 200 ausgebaut wird. Bund, EU, Bahn, Länder und Kommunen investieren insgesamt rund 575 Millionen Euro bis 2020. Im Abschnitt zwischen Wünsdorf und Hohenleipisch wurden Gleise, Bahnsteige und Bahntechnik erneuert sowie 18 Bahnübergänge durch Straßenüber- oder -unterführungen ersetzt.

Das „Omega“ in Rückersdorf (Elbe-Elster) ist die markanteste neu gebaute Schienenüberführung im Abschnitt zwischen Wünsdorf und Hohenleipisch an der Strecke Berlin-Dresden.
Das „Omega“ in Rückersdorf (Elbe-Elster) ist die markanteste neu gebaute Schienenüberführung im Abschnitt zwischen Wünsdorf und Hohenleipisch an der Strecke Berlin-Dresden. FOTO: Jens Berger / LR

Noch wird der Zug am Dienstag diese Distanz nicht wie spätestens im Jahr 2025 geplant in 80 Minuten bewältigen. Dazu ist der mit etwa 600 Millionen Euro veranschlagte Neubau der Dresdner Bahn in Berlin nötig. Das ist ein rund 16 Kilometer langer Abschnitt, der südlich des Bahnhofes Berlin Südkreuz beginnt und über die Berliner Stadtteile Lichtenrade und Marienfelde bis an die Stadt- und Landesgrenze Berlin/Brandenburg bei Mahlow/Blankenfelde führt. Bei Lichtenrade und Marienfelde beginnen im Frühjahr Bauarbeiten.