Noch heute findet man Brocken der Eisenschlacke aus dieser Zeit. Die Schlackestücke können sich Interessierte auch im Miniaturenpark in Elsterwerda ansehen.

Die Vielzahl der gefundenen Brocken deutet darauf hin, dass über den Eigenbedarf der Siedler hinaus Eisen geschmolzen wurde. Insofern waren diese mit dem Eisen vermutlich auch Handel treibenden Siedler die ersten "Gewerbetreibenden" hier.

Die Siedlungszeit wie auch Details zum Leben dieser frühen "Eisen-Hüttenleute" konnten im Zuge der archäologischen Erschließung des Gewerbegebietes näher bestimmt werden. 1991 begann Ralf Uschner vom Kreismuseum in Bad Liebenwerda mit den archäologischen Grabungen. Noch im gleichen Jahr übernahm diese Arbeit der Archäologe Martin Salesch, die er im Rahmen seiner Doktorarbeit mehrere Jahre fortführte. Er fand auch die Reste eines Germanengehöftes, in dem Eisen gewonnen wurde. Nach erster archäologischer Einschätzung gehörten die damaligen Siedler dem Stamm der Semnonen an. Eine der neu im IGG erschaffenen Straße erhielt daher den Namen "Semnonenweg". Eine etwas später getroffene Einschätzung ergab, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit Burgunden waren, die hier das Eisenerz verhütteten. Diese wanderten, aus Richtung Schweden (östlich der Oder) kommend, unter dem Druck der nachrückenden Goten langsam nach Südwest. Die Burgunden, die wir im "Buch der Geschichte" auch unter dem Namen Nibelungen finden, sind sicherlich bekannter als die Semnonen. Insofern ist interessant zu wissen, welcher der beiden germanischen Stämme hier Eisenerz geschmolzen hat.

Der Idee, mit einem Vortrag des damaligen Grabungsleiters Martin Salesch die diesbezügliche Geschichte des Gewerbegebietes ein wenig mehr in den Fokus zu rücken, nahm sich die Werbegemeinschaft "IGG Elsterwerda Ost" an. Hartmut Theile suchte gemeinsam mit dem damaligen Wirtschaftsförderer der Stadt Elsterwerda nach dem hier einst tätigen Archäologen. Sie fanden ihn als nun Dr. Martin Salesch und als Leiter der Museen im Kloster Neuzelle. Er wird am 9. September um 17 Uhr im Elsterwerdaer Miniaturenpark einen Vortrag über die Ergebnisse und die Erkenntnisse aus der archäologischen "Erschließung" des Industrie- und Gewerbegebietes halten.

Es lohnt sich, den Vortrag mit einem Besuch des Miniaturenparks zu verbinden. Auf 30 000 Quadratmetern sind in Miniatur eine Vielzahl bekannter Gebäude des Elbe-Elster-Kreises und der Region in eine gelungen gestaltete Landschaft eingebettet.

Am 9. September will Parkleiter Frank Brunne das kulinarische Angebot auf den Vortrag ausrichten. Möglicherweise finden sich dann Begriffe wie "Schlackegeflüster", "Römerbraten" und "Wein aus dem Burgund" auf der Menükarte im Langhaus.

Noch ein Vorschlag für den Gewerbeverein der Innenstadt: Es würde bestimmt die Zustimmung der Elsterwerdaer und anderer Besucher der traditionellen Historischen Einkaufsnacht in Elsterwerda finden, wenn diese wieder einmal unter einem Motto mit einem regional-historischen Bezug steht. In Anlehnung an ein Volkslied könnte es durchaus "Es saßen die alten Germanen zu beiden Ufern der Elster . . ." heißen.

Vortrag, 9. September, 17 Uhr im Miniaturenpark Elsterwerda; Anmeldung bitte unter Telefon 03533 487797