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Auf den Neuen warten gleich "etliche dicke Brocken"

Göran Schrey ist seit 1. Januar Amtsdirektor in Plessa.
Göran Schrey ist seit 1. Januar Amtsdirektor in Plessa. FOTO: Frank Claus
Plessa. Die Wände sind frisch gestrichen, aber noch völlig kahl. Auf dem Schreibtisch liegen Akten.Ein paar Plätzchen zum Knabbern sind bislang die Einzigen, die den neuen Arbeitsplatz von Göran Schrey (43) etwas persönlicher machen. Seit 1. Januar ist er Amtsdirektor in Plessa und damit Nachfolger von Manfred Drews. Frank Claus

"Ich hatte einfach noch keine Zeit, mich um mein Arbeitszimmer zu kümmern. Es gibt jeden Tag Wichtigeres", sagt er.

Zum Beispiel? "Ich will so schnell wie möglich viele Leute im Amt kennenlernen. Mich über angeschobene Vorhaben informieren und wissen, wo was nicht läuft", sagt er. Dazu stehen jetzt für ihn an jedem Tag mehrere Stunden Aktenstudium an.

Auf die Frage, was er zuerst bewegen wolle, antwortet er, ohne nachzudenken: "Mehr Transparenz über die Arbeit des Amtes. Hier passiert so viel Gutes und keiner erfährt was." Deshalb soll es eine regelmäßige Pressearbeit geben, die Internetseite des Amtes soll deutlich informativer werden. "Ich will auch, dass schon im Vorfeld von Entscheidungen den Bürgern Hintergründe erklärt werden." Aktuelles Thema: die Debatte um die Einführung der Winterdienstgebühren. "Wir werden den Einwohnern erklären, weshalb wir diesen Schritt gehen müssen." Und was ihm ebenso wichtig ist: "Ich bin auch angetreten, um das Wir-Gefühl im Amt zu stärken - zwischen den Orten und den Vereinen."

Über mangelnde Arbeit kann er sich nicht beschweren. "Wir haben mit der Sanierung des Kulturhauses, dem Kita-Anbau und dem Hort-Neubau in Plessa, dem geplanten Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in Schraden, dem Bau des Multifunktionsgebäudes am Sportplatz und der Rekonstruktion der Bibliothek in Hohenleipisch etliche dicke Brocken vor der Brust." Das Amt sei zudem gefordert, wenn im Zuge des Neubaus der Ortsdurchfahrt Staupitz in diesem Jahr auch die Gehwege und Leuchten in Kommunalregie gebaut werden müssen. Und er macht keinen Hehl daraus, dass das Kraftwerk Plessa ein Riesenproblem ist und man sich dazu schon wieder vor Gericht trifft.

Trotzdem: Seinen Schritt - von der Bauverwaltung des Kreises in die direkte kommunale Funktion gewechselt zu sein - hat er nicht bereut. "Die Arbeit macht mir riesig Spaß. Hier kann ich was bewegen", sagt Göran Schrey. Eine Bitte hat er: "Es wäre schön, wenn Sie schreiben, dass ich unheimlich dankbar über die offene Aufnahme durch die Mitarbeiter bin. Ich freue mich, wie gut die Zusammenarbeit schon klappt."