| 12:31 Uhr

Auerhuhn-Projekt in Schweden bislang erfolgreich

Rangertour
Rangertour FOTO: Naturwacht Brandenburg (LR-COS-REM-617)
Bad Liebenwerda/Västerbotten. Die zweite Fangaktion des Auerhuhn-Projektes des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft in diesem Jahr in Schweden ist bislang erfolgreich. Das teilt RUNDSCHAU-Redakteur Frank Claus mit, der sich in den kommenden Stunden auf dem Weg in den hohen Norden befindet. Frank Claus

Konnte bei der ersten Aktion im April in Mittelschweden wegen widriger Bedingungen mit eisigem Wind und Temperaturen bis zu minus zehn Grad nur ein Auerhahn gefangen werden, hat die Crew um Projektleiter Dr. Alexander Zimmermann bereits bis zum jetzigen Zeitpunkt 40 Auerhühner überlisten können. Die Mannschaft ist seit Montag der vergangenen Woche in der Region Västerbotten (Lappland) in Nordschweden vor Ort. Das Fanggebiet liegt bei Kittelfjäll etwa 50 Kilometer von der norwegischen Grenze entfernt. 60 Tiere dürfen nach einem Abkommen mit den Schweden der Landschaft entnommen werden. In Lappland können die Tiere wegen der großen Population bejagt werden.

1,4 Millionen Euro stellt der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes den Bad Liebenwerdaer Ansiedlungsexperten für das Wiederansiedlungsprojekt zur Verfügung. Was viel klingt, ist am Ende für den fünfjährigen Bewilligungszeitraum von 2017 bis 2022 doch knapp bemessen.

Vier Mitarbeiter hat das Projektteam, und finanziert werden müssten mit dem Geld sämtliche Maßnahmen - von den ständigen Fahrten mit Auto, Schiff und Flugzeug nach Schweden bis hin zur wissenschaftlichen Begleitung einschließlich Monitoring. Am Ende müssen wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse vorgelegt werden.

Hierzulande war die Population Ende der 90er-Jahre erloschen. Seit Projektbeginn im Jahr 2012 können in der Niederlausitz bereits wieder 70 Tiere nachgewiesen werden. Für die Vögel konnten bereits 2016 Tiere der Enkelgeneration nachgewiesen werden, also echte "Brandenburger" Auerhühner.

Etwas problematisch stellt sich momentan die Abholaktion in Schweden dar, die für die RUNDSCHAU auch Reporter Frank Claus begleiten wird. Am Montag musste der Kleinflieger am Boden bleiben, da eine Eisregenfront zwischen Trondheim und Kopenhagen den Hinflug verhinderte. Die Wetterprognosen versprechen für Dienstagfrüh einen erfolgreichen Start. In Schweden wird es dann auch noch Gelegenheit geben, die Fangaktionen zu begleiten. Imposante Beobachtungen hat das Fangteam in der ansonsten kargen Landschaft, in der auch noch viel Schnee liegt, schon bis jetzt. So hatte die Crew, die mit mehreren Autos ins Basislager reiste, bereits mehrfach Begegnungen mit Elchen, hat auf der Hinfahrt Rentiere beobachtet und im Fanggebiet sogar einen Bären in freier Wildbahn gesehen.