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Auch im Alter eigener Hausherr sein

Im vergangenen Jahr sind diese zehn Ein- und Zweiraumwohnungen für Senioren entstanden. Die Fläche hinter der Anlage wird in diesem Sommer noch begrünt.
Im vergangenen Jahr sind diese zehn Ein- und Zweiraumwohnungen für Senioren entstanden. Die Fläche hinter der Anlage wird in diesem Sommer noch begrünt. FOTO: ahu
Gröden. Die Investitionen der Gemeinde Gröden haben sich gelohnt: Der neue Wohnkomplex lässt die Herzen der Bewohner höher schlagen. Mit Geräumigkeit und Barrierefreiheit punktet die Anlage nicht nur bei Elfriede Mittelstädt. Anja Hummel

Quälende Treppenstufen, enge verwinkelte Räume und weite Wege zu Einkaufshalle, Arzt und Co.- alles, was Elfriede Mittelstädts Leben tagtäglich ein Stück erschwert hat, belastet sie mittlerweile nicht mehr. Seit Februar wohnt sie im neuen Grödener Wohnkomplex, der im vergangenen Jahr extra für ältere Menschen von der Gemeinde gebaut worden ist.

Mit farbiger Fassade, gepflegten Gehwegen und viel Grün drumherum sind die zehn Ein- und Zweizimmerwohnungen ein neuer Hingucker im Zentrum von Gröden. Doch nicht allein die frische Optik überzeugt, weiß der stellvertretende Ortsbürgermeister Manfred Dietrich: "Alle Wohnungen sind behindertengerecht und ebenerdig gebaut." Die Kaltmiete von 240 Euro, Rasenpflege und Winterdienst inklusive, mache die vier Wände zusätzlich attraktiv.

Als vor drei Jahren der Entschluss für den Bau der Wohnanlage fiel, hatten die Gemeindevertreter ein klares Ziel vor Augen: "Die Jugend zieht schon weg und wenn wir nichts für unsere Senioren tun, verlässt diese Generation den Ort auch noch. Das möchten wir mit der Wohnanlage verhindern", erklärt Manfred Dietrich. Deshalb hat die Gemeinde die gesamten Kosten von 800 000 Euro für das Projekt aufgebracht, ohne dafür Fördermittel in Anspruch zu nehmen. Über diese ganz besondere Investition ist Elfriede Mittelstädt sehr glücklich. "Alles ist bestens", freut sich die 87-Jährige über ihre neue Wohnsituation. In ihrer 49 Quadratmeter großen Bleibe hat sie allen Platz, den sie braucht. "Die Räume sind wunderschön und sehr geräumig", strahlt die ehemalige Schaffnerin. Solche Vorzüge war sie bis zum Umzug nicht gewohnt. Noch vor drei Monaten lebte sie in einem Blockhaus. "Diese Wohnung ist eine richtige Perle.

Es gibt keine Stolperstellen, ideal für Leute wie mich." Sie selber leidet unter Osteoporose und benutzt außerhalb ihrer Wohnung eine Gehhilfe. Doch durch die gute zentrale Lage ihrer neuen Bleibe sei der Gang zum Einkauf unproblematisch. "Für mich ist alles zu Fuß erreichbar. Auf den asphaltierten Wegen rund um die Anlage mache ich regelmäßig Spaziergänge", so Elfriede Mittelstädt. Und auch die kleinen Details, an die bei dem Bau gedacht wurden, weiß sie zu schätzen. Fußbodenheizung, automatisierte Jalousien und Sprechanlage erleichtern ihr den Alltag. So begeistert wie die Grödenerin heute ist, hätte sie sich solch eine Einrichtung eher gewünscht. "Das Ganze hätte schon vor zehn Jahre kommen können."

Für Elfriede Mittelstädt gibt es neben der tollen Wohnqualität noch einen weiteren positiven Effekt: "Gestern habe ich mit den Nachbarinnen Kaffee getrunken. Und einige Bewohner aus der Tagespflegeeinrichtung nebenan waren auch schon zu Besuch", sagt sie. Wenn der Sommer da ist, wollen sich alle öfter treffen. Zwei Einraumwohnungen in der Merzdorfer Straße warten derzeit noch auf einen Mieter.

Die Gemeinde Gröden ist nach den hohen Ausgaben erst einmal zum Sparen angehalten. Platz für ein weiteres Seniorenhaus wäre noch da. "Bisher ist allerdings nicht entschieden, ob noch eine Anlage entsteht. Aber wir denken darüber nach", so Vize-Ortsbürgermeister Manfred Dietrich.