Amtsdirektor Gottfried Richter hat diese Position der Crinitzer zusammengefasst. Sie ist Ergebnis einer Debatte in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung, die allerdings hinter verschlossenen Türen stattgefunden hat.

Im öffentlichen Teil der Sitzung informierte der Amtsdirektor vor großem Publikum über die drei möglichen Modelle, wenn es zu einer Verwaltungsstrukturreform in Brandenburg kommt. Dabei sichere das bisherige Ämtermodell, das sich nicht nur im Amt Kleine Elster bewährt habe, eine größtmögliche Mitbestimmung der Bürger in den Gemeinden. "Jetzt haben wir 65 Gemeindevertreter im Amt, bei einer Einheitsgemeinde wären das nur noch 18 bis 20 - da geht Einflussnahme und Mitsprache bei wichtigen Entscheidungen in den Dörfern verloren", sagte Richter.

Strittig sei gegenwärtig noch, wie viele Einwohner künftig durch eine Verwaltung verwaltet werden sollen, informierte der Amtsdirektor über eine jüngste Beratung mit den innenpolitischen Sprechern der Parteien im Landtag beim Städte- und Gemeindebund, wo Richter mit im Präsidium sitzt. "Hier ist den Abgeordneten klar geworden: Verwaltungen für mindestens 10 000 Einwohner, wie von der Landesregierung anvisiert, geht in den dünnbesiedelten ländlichen Regionen Brandenburgs, wie vor allem in der Prignitz oder in der Uckermark, nicht, dann entstehen unzumutbare Entfernungen nicht nur für die Bürger, sondern auch für die Verwaltungsleute." Sollte das Land allerdings weiter darauf bestehen, bräuchte auch das Amt Kleine Elster mit derzeit knapp 6000 Einwohnern weitere Gemeinden in der Nachbarschaft, damit die Verwaltung in Massen fortbestehen kann.

Eine Eingemeindung nach Finsterwalde, wie derzeit in Sonnewalde diskutiert wird, finde in den Gemeinden des Amtes Kleine Elster keine Zustimmung und sei auch in Crinitz kein Thema, erklärt Amtsdirektor Richter auf LR-Nachfrage - lediglich in Massen spreche man sich seitens der CDU für diesen Weg aus.

Dass es in der Crinitzer Gemeindevertretersitzung keine "Diskussion" zur Zukunft ihrer Verwaltung gab, wie sie in der Tagesordnung angekündigt wurde, schien die vielen anwesenden Zuhörer nicht zu stören.

"Es stehen ja ohnehin die ,Spielregeln' für die Verwaltungsreform noch nicht fest", sagte Bernd Krause nach der Sitzung auf LR-Nachfrage.

Tatsächlich werde der Innenausschuss des Landtages erst im Juni - nach einer Anhörung im Mai - eine Empfehlung an den Landtag abgeben, der dann Mitte Juli ein Leitbild für die künftige Verwaltung der Städte und Gemeinden in Brandenburg beschließen werde. "Erst dann wissen wir, wohin die Reise wirklich geht", so Gottfried Richter.

Für Crinitz steht schon mal fest, dass man sich eine "größtmögliche Eigenständigkeit und Handlungsfähigkeit" bewahren und sich dadurch ein Mitspracherecht der Bürger über alle Belange in der Gemeinde sichern wolle, wie es offiziell nach der nichtöffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung heißt.