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AstroTeam Elbe-Elster will neue Sternwarte bald einweihen

Jesnigk. Der Rohbau ist beeindruckend. Allein schon ein Blick auf den Kuppelaufbau auf der Elsterland-Sternwarte macht Vorfreude auf spannende Einblicke in die Sternenwelt. Sylvia Kunze

Auch und ganz besonders die Mitglieder vom AstroTeam Elbe-Elster fiebern dem Moment der Fertigstellung entgegen. Die Bauherren freuen sich über den Fortschritt und wollen bald die Einweihung feiern. Das Projekt “Sternwarte„ hat seinen Anfang in einer Nacht im April 2009 in Jeßnigk. Damals gelang Michael Möckel, IT-Unternehmer aus Zwickau und Hauptsponsor des Bauvorhabens, auf der ansonsten verwaisten Nordwiese des Herzberger Teleskoptreffens in unmittelbarer Nachbarschaft des Freizeitgebäudes nicht nur ein spektakuläres Milchstraßenbild. Er war obendrein von der netten Atmosphäre beim wenige Tage danach stattfindenden 1. AstroTreff Schwarze Elster begeistert, sodass bald die Idee, eine eigene Sternwarte zu bauen, konkrete Gestalt annahm. Wenige Monate später wurde bereits beim 10. Herzberger Teles koptreffen der Grundstein gelegt.

Inzwischen steht der Rohbau, und die Innenarbeiten haben begonnen. Diese werden hauptsächlich von Vereinsmitgliedern ausgeführt, die in ihrer Freizeit nach und nach aus dem bloßen Mauerwerk eine Sternwarte machen. Da sind Leitungen zu verlegen, Wände zu putzen und viele weitere Vorbereitungen zu treffen. Auch die Außenanlagen sollen bis zum Eröffnungstermin schon ein wenig hergerichtet sein. “Wann wir Einweihung feiern können, wollen wir noch mit der Stadt Schönewalde absprechen„, erzählt Ralf Hofner. “Wir sind auf der Suche nach einem Termin, der möglichst mit keinem anderen im Schönewalder Stadtgebiet kollidiert.„

Herzstück der Warte

Damit wolle man ein Stück auch Danke für das große Entgegenkommen sagen. “Ob die Mitarbeiter der Verwaltung im Schönewalder Rathaus oder auch ganz speziell die Jeßnigker Einwohner, sie alle haben uns bisher bei unserem Vorhaben unterstützt und kommen uns sehr entgegen„, sagt Ralf Hofner, der Vorsitzende des AstroTeams Elbe-Elster.

Sein Blick schweift über den Baukörper und bleibt oben an der 3-Meter-Kuppel hängen. Dort wird sich das Herzstück der Sternwarte befinden: der Astrograph, der mithilfe eines magnetischen Direktantriebes bewegt wird. “Das ist eine Technologie, die bis vor kurzem nur an den Großteleskopen der Forschungssternwarten zu finden war„, gerät der Hobbyas tronom ins Schwärmen. Darüber hinaus wolle man ein transportables Vereinsteles kop bauen, das nach seiner Fertigstellung mit 71 Zentimetern Spiegeldurchmesser zu den größten Teleskopen der Region zählen wird.

Beide Instrumente bieten aus Sicht des AstroTeams eine gute Basis, um Interessierten Einblick in die Welt der Sterne und der Galaxien gewähren zu können. “Selbstverständlich wollen wir das Observatorium nicht nur für unsere Mitglieder öffnen, sondern darüber hinaus auch für Termine, an denen jedermann teilnehmen kann, für die Arbeit mit Schulklassen und Kindergruppen„, macht der Vorsitzende deutlich, was für die Zukunft geplant ist.

Teleskoptreffen im Herbst

Die Herzberger Teleskoptreffen gehören selbstverständlich weiter zum Veranstaltungsangebot des AstroTeams. Das diesjährige wird vom 9. bis 12. September stattfinden. “Zum ersten Mal findet es nicht zeitgleich mit anderen namhaften Treffen dieser Art statt„, freut sich Hofner und rechnet folglich mit noch mehr Besucherresonanz als ohnehin schon. Vorsorglich sucht er deshalb schon einmal das Gespräch mit den Verantwortlichen der Jeßnigker Agrar GmbH, die die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen bewirtschaften. “Die beiden Wiesen, die zur Verfügung stehen, haben im Vorjahr gerade noch so gereicht. Ich fürchte, in diesem Jahr wird es eng. Deshalb wäre es schön, wenn wir eine Ausweichfläche anbieten könnten„, beschreibt er sein Ansinnen. Sylvia Kunze