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Apfeltag ist trotz Regen ein Magnet

Trotz grauer Witterung war der 23. Apfeltag gut besucht. Helmut Richter vom Obst- und Gartenbauverein Hohenleipisch mit den Produkten des Jahres.
Trotz grauer Witterung war der 23. Apfeltag gut besucht. Helmut Richter vom Obst- und Gartenbauverein Hohenleipisch mit den Produkten des Jahres. FOTO: vrs
Döllingen. "Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt so, wie es ist", mit dieser alten Bauernregel hatte der Döllinger Ortsbürgermeister und Schützenvereinsvorsitzende Bernd Binder diesmal wieder einmal voll ins Schwarze getroffen. Während sonst beim Apfeltag meist die Sonne und damit ein herrlicher Altweibersommer seine ganze Pracht entfaltet und Bernd Binder entsprechende auf die Schönheit von Döllingen bezogene Sprüche parat hat, herrschte nun eine graue Stimmung und Nieselregen über dem Festgelände. Veit Rösler

Selbst der unter freiem Himmel veranschlagte Gottesdienst musste am Morgen unter das Festzelt umziehen. Enttäuscht zeigte sich zunächst auch Naturparkchef Lars Thielemann: "Wir haben ein straffes und abwechslungsreiches Programm organisiert. Wer will, kann vom frühen Morgen bis zum Abend bleiben, ohne Langeweile zu bekommen. Leider spielt das Wetter nicht mit."

Bereits eine Stunde nach der Eröffnung waren aber die ersten Flächen zugeparkt. Unablässig strömten die Besucher auf dem Weg vom oder zum Wahllokal nach Döllingen zum Pomologischen Schau- und Lehrgarten. Über 70 Händler, Anlaufpunkte und Stationen hatten der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, Kerngehäuse e.V. und pro agro e.V. in diesem Jahr organisiert. Immer wieder ein Besuchermagnet ist dabei die Apfelsortenbestimmung im großen Festzelt. Insgesamt 306 verschiedene Sorten hat Pomologe Hans-Jürgen Mortag gezählt - zum großen Teil historische Sorten. Allerdings: "Wir können in diesem Jahr in Döllingen nur etwa 20 Prozent der Apfelsorten gegenüber dem Vorjahr registrieren", rechnet er vor. Grund seien die Nachtfröste im Frühjahr, die in der Baumblüte Schäden verursacht haben, so Mortag. Nur in geschützten Lagen in Ortschaften haben die Bäume die kalte Witterung überstanden. Schlechtes Obstjahr - gutes Pilzjahr! Mit immerhin über 100 verschiedenen Arten heimischer Pilze war Wolfgang Büttner aus Hirschfelde angereist. Insgesamt mehrere Stunden an zwei Tagen hat er für diese Ausbeute benötigt. So konnte er zum Beispiel 19 giftige-, 37 ungenießbare- und 40 essbare Arten präsentieren. Einige Besucher brachten selber Pilze zur Bestimmung mit.

Mit einer Vielzahl verschiedenster Offerten sowohl kulinarischer als auch kultureller Art hatte der 23. Apfeltag für jede Altersgruppe interessante Angebote parat. Den traditionellen Erntedank haben die Teilnehmer des diesjährigen Erntewagenkorsos symbolisiert, der aus Richtung Hohenleipisch, Plessa und Döllingen zum Pomologischen Garten unterwegs war.