Von Mirko Sattler

Seit einigen Jahren arbeiten die Feuerwehren aus Elsterwerda, den Ämtern Plessa und Schradenland sowie der Gemeinde Röderland nicht nur bei Einsätzen zusammen. Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Brandschutz wurde 2015 beschlossen, auch gemeinsame Übungen und Ausbildungstage durchzuführen. Solch ein jährlicher kollektiver Ausbildungstag fand am Samstag bei der Feuerwehr Elsterwerda statt. 46 Kameraden aus allen vier Wehren nahmen mit dem Schwerpunkt „Technische Hilfeleistung“ teil.

„Es ist eine interne Ausbildungsmaßnahme, um unser Personal zu schulen und  für bestimmte Themen zu sensibilisieren“, so der stellvertretende Elsterwerdaer Stadtwehrführer Thomas Reichelt. An fünf Stationen lernen die Kameraden das richtige Anwenden ihrer Einsatzmittel, die sie zur Verfügung haben.  Dabei geht es nicht nur um großes Werkzeug. Bei der Türnotöffnung oder beim Trennen von Gegenständen kann schon mal filigranes Werkzeug zum Einsatz kommen.

„Bei einem Maschinenunfall mit eingeklemmten Gliedmaßnahmen kommt zum Beispiel Feinmechanikerwerkzeug zum Einsatz. Um dieses richtig zu üben, nutzen wir Wiener Würstchen. Sie haben ungefähr die gleiche Dicke wie ein Finger. Mit einem extra für solche Sachen angeschafften Dremel wird in unserem Fall ein Kupferrohr, das im Einsatzfall ein Ring oder ähnliches sein kann, durchtrennt“, weiß Mitorganisator Peter Bange.
Heben von Lasten, Stabilisieren von Pkw mit Patientenbefreiung sowie das Retten von Personen unter einem Container standen ebenso auf dem Programm, wie das richtige Zerschneiden eines Fahrzeuges mit hydraulischem Rettungsgerät. „Dass sich solch eine Komplexausbildung lohnt, merkt man. Die Einsatzkräfte sind ruhiger im Einsatzfall und bringen eine gewisse Erfahrung mit“, meint der stellvertretende Stadtwehrführer.
„Die Ausbildung ist heute richtig gut, ich kann meine Fähigkeiten auffrischen“, erzählt der 19jährige Felix Haase von der Ortswehr Gröden. Das erste Mal bei einer solchen Ausbildung dabei ist David Paris. „Am Anfang ist man etwas aufgeregt, doch wenn man weiß, wie es geht, legt sich die Nervosität“, so der 36jährige Feuerwehrmann aus Prösen. Mit solch einer Komplexausbildung der Stützpunktfeuerwehr wurden schon Themen wie Waldbrände, Maschinistenausbildungen, Kennenlernen der Fahrzeuge oder das Üben in einem Brandsimulationscontainer in Angriff genommen.

Solch ein Ausbildungstag, der immer von einer anderen Wehr im Rahmen der Stützpunktfeuerwehr durchgeführt wird,  ist natürlich ohne  Unterstützung nicht machbar. An dieser Stelle bedankt sich die Feuerwehr Elsterwerda beim Autoverwerter Lentzsch, der die Fahrzeuge und den Container bereitstellte.
Die Feuerwehr Elsterwerda hat bisher im laufenden Jahr 114 Einsätze abgearbeitet – etwa je zur Hälfte Brandeinsätze und technische Hilfeleistungen. Was auffällig ist; Einsätze zur Türnotöffnung rücken immer stärker in den Fokus. Zehn Mal mussten die Elsterwerdaer dazu in diesem Jahr schon ausrücken.