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Anja Heinrich ist die neue Chefin

Großer Jubel und Applaus für die künftige Bürgermeisterin der Stadt Elsterwerda. Anja Heinrich hat es im ersten Wahlgang geschafft.
Großer Jubel und Applaus für die künftige Bürgermeisterin der Stadt Elsterwerda. Anja Heinrich hat es im ersten Wahlgang geschafft. FOTO: Frank Claus
Elsterwerda. Sie hat den Sprung auf den Chefsessel im ersten Wahlgang geschafft: Anja Heinrich ist ab März des nächsten Jahres die neue Bürgermeisterin von Elsterwerda. Die 46-jährige CDU-Kandidatin hat 61,7 Prozent aller Stimmen geholt und damit die weiteren Bewerber klar hinter sich gelassen. Frank Claus u. Manfred Feller

Vom starken Bundesergebnis seiner Partei hat der AfD-Bewerber Werner Voigt profitiert, der 11,3 Prozent der Stimmen holte. Die Hoffnung von Michaela Jahn (SPD) und Eckart Schmidtchen (parteilos) in einer Stichwahl Anja Heinrich herausfordern zu können, blieb am Ende nur ein Traum. Die SPD-Frau erzielte weit abgeschlagen 9,6 Prozent, auf Eckart Schmidtchen entfielen 9,5 Prozent. Andreas Franke (parteilos) erzielte 8,0 Prozent aller Stimmen.

Anja Heinrich lag von Beginn an uneinholbar vorn, nahm Glückwünsche zu ihrem überzeugenden Sieg aber erst kurz vor 21 Uhr am Sonntag entgegen. Da waren acht von neun Wahlbezirken ausgezählt. Erster Gratulant war ihr Ehemann Christian Heinrich-Jaschinski. "Das ist der Hammer", meinte die künftige Bürgermeisterin: "Ich hatte auf einen Sieg im ersten Durchgang gehofft. Dass er so klar ausfällt, hatte ich allerdings nicht für möglich gehalten", erklärte sie.

"Wollen wir gleich rübergehen und ausräumen", meinte darauf ein Anhänger mit Blick auf das nahe Rathaus. Dann wurde Anja Heinrich doch euphorisch: "Wahnsinn, zum ersten Mal seit 800 Jahren hat Elsterwerda eine Bürgermeisterin." Später klingelte es ununterbrochen. Die Siegerin nahm Glückwünsche entgegen und wurde noch überrascht: Der "Döner-Mann" von ihrem Büro gegenüber kam, um der künftigen Frau an der Stadtspitze zu gratulieren.

Werner Voigt (AfD), er hat das zweitbeste Ergebnis eingefahren, sagt unumwunden: "Ich habe mit mehr Stimmen gehofft. Die Wähler haben sich für eine Kandidatin entschieden, die aggressiv Werbung gemacht hat." Und die sich in ihren Aussagen zu den Zielen für Elsterwerda nicht immer festgelegt habe. So werde er für die beiden avisierten Ortsumfahrungen im Interesse der Bürger kämpfen, damit diese vor 2030 gebaut werden. Aus der Kommunalpolitik zurückziehen wolle er sich nicht: "Ich werde mich jetzt noch mehr einmischen."

Eckart Schmidtchen (parteilos) macht auch einen Tag nach der Wahl keinen Hehl daraus. "Ich bin enttäuscht." An seinem Ziel, in die Stichwahl zu kommen, ist er krachend gescheitert. Ursachen? "Ganz ehrlich, ich kann es mir nicht erklären. Ich hatte wirklich gehofft, die Bürger honorieren meinen Einsatz für die Stadt. Jetzt werden wir ja sehen, ob Anja Heinrich alles das umsetzen kann, was sie versprochen und was sie zur Chefsache erklärt hat."

Michaela Jahn (SPD) hatte auf die Stichwahl gebaut und war am Ende weit davon entfernt. "Glückwunsch an die Siegerin", bleibt sie fair und sagt: "Ich hoffe, dass sie es schafft, ihre hehren Ziele durchzusetzen, auch wenn es Widerstände gibt."

"Ich habe mein Bestes gegeben", sagt der parteilose Andreas Franke. Anja Heinrich habe ein "grandioses Ergebnis" erzielt. "Gratulation!" Die Stadt stehe vor vielen Aufgaben. Er wünsche maximale Erfolge! Der vor der Wahl aus der AfD ausgetretene Politiker versichert dann noch, auch nach der Wahl nicht wieder in die Partei einzutreten.