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| 17:48 Uhr

Saxdorf
Andreas Göbel begeistert das Publikum mit großartigem Spiel

Saxdorf. Der Kunst- und Kultursommer in Saxdorf findet am Tag der Einheit einen wunderbaren Abschluss. Der Pianist würdigt Hans-Peter Bethke auf seine Weise. Von Stephan Creuzburg

Seit Jahren ist Andreas Göbel, Pianist und Musikwissenschaftler beim RBB, am Tag der deutschen Einheit Gast in Saxdorf. Der gute Ruf des Pianisten sorgte für einen brechend vollen Raum. Etwa 170 Musikinteressierte wollten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen.

Der diesjährige Saxdorfer Kultursommer ist Hans-Peter Bethke gewidmet. Der bekannte Maler und Gartenkünstler war im Februar diesen Jahres verstorben. Andreas Göbel erinnerte in schönen Worten an ihn. Bethkes Bilder hängen hinter dem Flügel, sein Grab befindet sich unmittelbar an „seiner“ Kirche und, so Göbel, sicher hört er von oben die Musik dieses Nachmittages. Bethke ist gegenwärtig. Die Darbietung einer Bearbeitung von Busoni über der Choral „Ich ruf zu Dir Herr Jesus Christ“ von Johann Sebastian Bach galt ganz besonders ihm. Eine schöne Geste.

Wenige Monate vor seinem Tod – 31-jährig – hat Franz Schubert seine letzten Klavierstücke Deutschverzeichnis 946 geschrieben. Er selbst hat sie wohl nie mehr aufgeführt. Johannes Brahms war es, der sie einem breiten Publikum bekannt gemacht hat. Andreas Göbel wusste Wissenswertes interessant und humorvoll zu berichten. Das ist ein Markenzeichen von ihm. Er spielte sie so meisterhaft, dass es eine reine Freude war. Das liedhafte zweite Stück machte er mit weichem Anschlag zu einem besonderen Erlebnis.

Die beiden deutschen Frühromantiker Schubert und Brahms in einem Konzert zu hören ist sicher selten. Göbel hat es gewagt und gewonnen!

Mit seinen 4 Klavierstücken op. 119 war der Vergleich zu Schubert sehr reizvoll und das Publikum lauschte ausgesprochen interessiert. Besonders das Andantino in e-moll interpretierte Göbel sehr innig. Die kleinen Verzögerungen und der wieder weiche Anschlag ließen dieses Intermezzo regelrecht aufblühen. Das vierte, eine nun vollvolumige Rhapsodie mit den kleinen Arabesken im Mittelteil brachte Göbel so differenziert zu Gehör, dass der Beifall spontan einsetzte.

Ein Rossini – Bethke hatte sich immer ein Stück von ihm gewünscht, von Franz Liszt bearbeitet war eine gute Überleitung zur Darbietung seiner großen und langen Klaviersonate in h-moll. Und diese Sonate vom ihm hatte es in sich. Mit einem breiten Fächer an Ausdrucksformen und einem enormen Klangreichtum, von den technischen Herausforderungen ganz zu schweigen, stellt sie einen Interpreten vor große Aufgaben. All das, was Liszt musikalisch zu sagen wusste, kam durch Göbel ganz großartig zum Ausdruck.

Der Schluss in Dur – durch ihn mit ganz kleinen Pausen regelrecht beseelt, war Ende dieses Konzertes. Vom stürmischen Beifall getragen, gab es noch vier sehr schöne Zugaben, die ein dankbares Publikum in den Abend entließen.