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Verkehr
An einer Lösung für die Staupitzer Kamikazekurve wird gearbeitet

Noch ist nicht klar, ob das Eckgrundstück zur Entschärfung dieser Landesstraßenkurve in Staupitz aufgekauft und abgerissen werden kann. Amt Plessa und Gemeinde arbeiten daran. In Zukunft werden sich noch mehr Lastwagen um die Ecke quälen und für gefährliche Situationen sorgen.
Noch ist nicht klar, ob das Eckgrundstück zur Entschärfung dieser Landesstraßenkurve in Staupitz aufgekauft und abgerissen werden kann. Amt Plessa und Gemeinde arbeiten daran. In Zukunft werden sich noch mehr Lastwagen um die Ecke quälen und für gefährliche Situationen sorgen. FOTO: Manfred Feller
Staupitz. Hauseigentümer, Gemeinde und Amt wollen Hausverkauf und Abriss. Bushaltestelle entfällt. Manfred Feller

In Staupitz geht langsam die Angst um. Denn am 8. November soll die gewaltige Bahnbrücke bei Hohenleipisch für den Fahrzeugverkehr freigegeben werden. Machten die Lastwagen, die zwischen den Wirtschaftsräumen Sachsen/Elsterwerda und Finsterwalde/Massen unterwegs sind, bislang aufgrund des dortigen Tunnels einen großen Bogen, so haben sie künftig freie Fahrt.

Und dann wird es richtig eng am Zusammentreffen der beiden Landesstraßen in Staupitz. Nadelöhr ist die unübersichtliche Kurve am Eckgrundstück Gordener Straße (siehe Foto). Busse und Lastwagen müssen weit ausholen. Der Gegenverkehr darf warten oder gar zurücksetzen. Fußgänger sollten sich fernhalten, um nicht übersehen zu werden und in Gefahr zu geraten. „Es ist schon jetzt lebensgefährlich“, hat Bewohner Eckhard Bronk bereits vor längerer Zeit festgestellt.

Weil das Problem immer noch nicht geklärt ist, wird der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg als Bauherr ab kommendem Frühjahr zunächst mit der Landesstraßen-Ortsdurchfahrt (L 63) von und nach Grünewalde beginnen. „Die anstehende Sanierung wird in jedem Fall erheblich dazu beitragen, den vom Fahrzeugverkehr erzeugten Lärm auf der Straße zu verringern. Neben der Fahrbahnsanierung ist auch die Erneuerung der Straßenentwässerung geplant“, erläutert Steffen Kleiner, Dezernatsleiter Planung Süd im Landesbetrieb Straßenwesen. Der Untergrund der Straße besteht aus Beton, der von einer abplatzenden Asphaltschicht bedeckt ist.

Ursprünglich hatte der Landesbetrieb den Kauf und den Abriss der Gebäude des Eckgrundstückes aus Kostengründen abgelehnt, obwohl die Besitzer verkaufen wollten und keineswegs einen hohen Preis verlangt hatten. Der Landesbetrieb ging von etwa 300 000 Euro aus - bei einem Bauvolumen von 2,42 Millionen Euro für beide Landesstraßen. Jetzt heißt es zumindest: „Das ist in der Diskussion, und es finden dazu noch weitere Gespräche statt.“

Die Gemeinde und das Amt Plessa hatten von Beginn an alle Hebel bis hin in das zuständige Potsdamer Ministerium in Bewegung gesetzt, um das akute Sicherheitsproblem zu klären. Bürgermeister Fred Wickfeld hatte am Mittwoch extra seinen Urlaub unterbrochen, um am Abend mit der Verkehrsministerin zu sprechen, die in Großräschen zu Gast sein sollte. „Wir brauchen eine Lösung“, drängt er nach wie vor alle Beteiligten.

Das Amt Plessa war in der Tat nicht untätig. „Mit dem Eigentümer sind wir uns über den Verkaufspreis einig. Dieser ist fair und annehmbar“, sieht sich Amtsdirektor Göran Schrey auf einem guten Weg. Das Amt habe auch Kostenangebote für den Abriss des Anwesens eingeholt. „Wir liegen jetzt insgesamt unter der Hälfte des vom Landesbetrieb einst angenommenen Preises“, sagt er. Das notwendige Geld für Kauf und Abriss solle nun für die Gemeinde beim Land beantragt werden. Noch ist etwas Zeit, da dieser Teil der Landesstraße erst später gebaut wird. Aber die Planungen müssen angepasst werden.

Eine schlechte Nachricht gibt es dann noch für alle Busnutzer in der Grünewalder Straße. Im Zuge der Straßenerneuerung wird die Haltestelle auf der rechten Seite in Richtung Grünewalde zurückgebaut. Wer Bus fahren muss, darf künftig rund einen Kilometer bis zum Dorfplatz laufen.

Die betreffende Grundstücksbesitzerin wollte zwar die notwendigen Quadratmeter für die neue Haltestelle verkaufen, stellte jedoch aufgrund der dann eingeschränkten Bebaukarkeit ihres Grundstückes Bedingungen, die die Bauaufsicht des Landkreises nicht bereit war zu erfüllen, so  Amtsdirektor Göran Schrey. „Der Wegfall ist sehr bedauerlich“, ergänzt Bürgermeister Fred Wickfeld. Die Amtsverwaltung habe alles versucht.

Das gibt Ärger: Die Bushaltestelle auf der linken Seite der Grünewalder Straße in Staupitz (aus Richtung Grünewalde) wird zurückgebaut.
Das gibt Ärger: Die Bushaltestelle auf der linken Seite der Grünewalder Straße in Staupitz (aus Richtung Grünewalde) wird zurückgebaut. FOTO: Manfred Feller