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| 17:21 Uhr

Aus dem Gericht
Angeklagte schweigen zur Diebstahlserie

 Aus dem Gericht
Aus dem Gericht FOTO: LR / Manfred Feller
Bad Liebenwerda. Das Amtsgericht Bad Liebenwerda beginnt am Mittwoch mit einer umfangreichen Beweisaufnahme.  Von Heike Lehmann

Am Mittwoch ab 9.30 Uhr werden in einer öffentlichen Verhandlung vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Bad Liebenwerda mehrere Zeugen zu einer Serie gemeinschaftlichen Diebstahls in Elbe-Elster gehört. Zu einer umfangreichen Beweisaufnahme sah sich das Gericht unter dem Vorsitz von Richter Egon Schaeuble nach einem ersten Verhandlungstag vor mehreren Wochen gezwungen. Beide Angeklagte – einer von ihnen sitzt in der Justizvollzugsanstalt Cottbus ein – machten auf Anraten ihrer Anwälte „zu allen Anklagepunkten keine Angaben zur Sache“.

Gestohlen, um Geld zu machen

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern, beide stammen aus dem Torgauer Raum, massive Beschaffungskriminalität vor. Dem 23-jährigen Angeklagten werden deutlich mehr Diebstahlshandlungen zur Last gelegt, als dem Mitangeklagten 37-Jährigen. Als Tatorte zählte die Staatsanwältin Elsterwerda, Falkenberg, Finsterwalde und Herzberg auf. Die Täter sollen in Garagen, am Sängerstadt-Gymnasium, in Wohnhäusern, Kellern und Fachmärkten lange Finger gemacht haben. Dazu seien sie auch durch Fenster eingestiegen und hätten Haustüren aufgehebelt. Als Diebesgut seien Mountainbikes, Angel­utensilien, Radios, Lautsprecher, Kameras, Motorsägen und Akkuwerkzeuge erbeutet worden. „Alles Dinge, die dem erwerbsmäßigen Zweck dienen sollten“, so die Staatsanwältin.

Zur Finanzierung der Drogensucht

Zumindest bei dem 23-jährigen Angeklagten scheint klar, warum. Er brauchte Geld, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Selbst sein Anwalt sprach davon, dass der junge Mann im Tatzeitraum – Sommer 2018 bis Frühjahr 2019 – schwer betäubungsmittelabhängig gewesen sei und die Taten zur Finanzierung seiner Abhängigkeit begangen habe. Er bescheinigte ihm jetzt aber einen positiven Weg. So habe er während der Haft Termine bei einer externen Suchtberatung wahrgenommen. Er wolle künftig abstinent leben, so der Anwalt, der zudem erklärte, dass seinem Mandant ab Herbst ein Therapieplatz in Aussicht stünde. Eine Kostenübernahme bei der Deutschen Rentenversicherung sei beantragt. Der Anwalt beantragte deshalb, „den Haftbefehl gegen engmaschige Meldeauflagen außer Vollzug zu setzen“. Für die Staatsanwältin war das keine Option.

Haftverschonung abgelehnt

Das Gericht lehnte die Haftverschonung ab, weil die Kostenzusage für eine Langzeittherapie noch ausstand und man im Fall der Verurteilung von einer nicht geringen Haftstrafe ausgehe – am Amtsgericht Torgau sei zudem ein weiteres Verfahren zu insgesamt 17 weiteren Straftaten des 23-Jährigen anhängig. Danach könnte durchaus „Fluchtgefahr vorliegen“, so Richter Schaeuble.