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| 14:30 Uhr

Aus dem Amtsgericht Bad Liebenwerda
Mehr Straftäter verantworten sich vor den Richtern

Täglicher Griff zur Robe. Die Richterinnen und Richter am Amtsgericht Bad Liebenwerda haben auch im vorigen Jahr über zu wenig Arbeit nicht klagen müssen.
Täglicher Griff zur Robe. Die Richterinnen und Richter am Amtsgericht Bad Liebenwerda haben auch im vorigen Jahr über zu wenig Arbeit nicht klagen müssen. FOTO: Friso Gentsch / dpa
Bad Liebenwerda. Das Amtsgericht Bad Liebenwerda hat mit den Elbe-Elster-Bewohnern gut zu tun.

Im Idealfall sollte die Strafe der Tat auf dem Fuße folgen. Bei ermittlungsintensiven Delikten können durchaus ein, zwei Jahre bis zur Verhandlung auch an einem Amtsgericht vergehen. „Bei der Verfahrensdauer liegen wir im guten Mittelfeld“, entgegnet der Bad Liebenwerdaer Amtsgerichtsdirektor Uwe Oldenburg.

Dies sei auch der „relativ stabilen Besetzung“ mit acht Richterinnen und Richtern sowie zeitweise tätigen Güterichtern anderer Gerichte zu verdanken. Bis hin zu den Rechtspflegern seien alle Dienste am Amtsgericht auskömmlich besetzt.

Allerdings gehe in drei Jahren die erste Richterin in den Ruhestand. Weitere folgen. „Das Justizministerium kennt den Altersdurchschnitt an den Gerichten. Es sollten schon jetzt junge Proberichter eingestellt werden. Denn junge Richter können zu Beginn nicht alles machen“, setzt der Direktor auf eine planmäßige Nachfolge. „Wir sind nicht die einzigen, die Personal suchen. Auch Wirtschaft und Verwaltung brauchen Juristen“, möchte Uwe Oldenburg, dass auch der Ruf aus der Fläche des Landes in Potsdam in seiner Deutlichkeit gehört wird.

Denn es sei trotz sinkender Einwohnerzahl im Landkreis Elbe-Elster nicht abzusehen, dass die Menge der Verfahren und zu bearbeitenden Angelegenheiten abnehmen wird. Zum Beispiel bei den Strafsachen. Im Vergleich zum Jahr 2016 mit 845 Fällen waren 2017 mit 889 sogar mehr Fälle von den vier Richtern (einschließlich der Jugendrichterin) zu verhandeln. Die Bandbreite reicht hier von Raub über Körperverletzung bis hin zur schweren Verkehrsstraftat.

Bei den Zivilsachen (wie Streit unter Nachbarn oder zwischen Mieter und Vermieter) gab es mit 634 neuen Verfahren fast eine Punktlandung im Vergleich zu 2016. Zwei Richter sprechen hier Recht.

Einen deutlichen Rückgang gab es dagegen bei den Familiensachen von 721 auf 547 Eingänge. Dies sei hauptsächlich der geringeren Anzahl unbegleiteter ausländischer Jugendlicher geschuldet, die ins Land gekommen waren. Ansonsten beschäftigen sich die zwei Familienrichterinnen auch mit Scheidungen, dem Sorge- und Umgangsrecht sowie mit Unterhaltsklagen.

Bei den Bußgeldsachen und Ordnungswidrigkeiten überwiegen die Verkehrsdelikte. Es gibt eine leichte Steigerung auf 860 Eingänge.

Ein weiteres Feld sind die Nebengebiete, wo jährlich Tausende Grundbuchanträge zu bearbeiten sind.

(mf)