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| 16:58 Uhr

Aus dem Amtsgericht Bad Liebenwerda
Finsterwalder verunglimpft seine Lebensgefährtin

Bad Liebenwerda. Das Register an Straftaten füllt sich weiter. Für seine Schmiererei an einer Hauswand wird ein Mittdreißiger aus Finsterwalde vor dem Amtsgericht Bad Liebenwerda mit einer Geldstrafe belangt.

Nach einem Streit im August 2017 hat sich ein  vorbestrafter Finsterwalder an seiner Lebensgefährtin für alle lesbar unflätig gerächt. Ein sprühte ein übles Schimpfwort an jenes Haus, wo die Frau wohnt. Im Umfeld wusste bald jeder, wer damit gemeint ist.

Der Hauseigentümer hatte Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt erstattet. Befragt wurde auch die 25-Jährige, der die Schmiererei galt. „Ich dachte er war es, aber er war es nicht“, sagte sie nun vor Gericht. Die Richterin sieht einen Widerspruch zur protokollierten Aussage gegenüber der Polizei. Demnach hatte ihr Freund zugegeben, die Fassade mit der Beleidigung beschmiert zu haben.

Dies bestätigt als Zeugin auch eine Polizistin, die damals mit dem Fall befasst war. Demnach habe die junge Frau aus der Sängerstadt geäußert, dass ihr Freund sauer gewesen sei, weil er sein Kind nicht sehen durfte.

Dann nennt die 25-Jährige den Grund für ihren Rückzieher. Sie lebe mit dem Angeklagten wieder zusammen. Der 37-Jährige hat ein weniger bewegtes berufliches als  kriminelles Leben hinter sich. Es gibt seit 2003 sieben Einträge im Bundeszentralregister. Darunter sind versuchter Diebstahl in besonders schwerem Fall, gefährliche Körperverletzung mit Nötigung und Bedrohung, Alkohol im Straßenverkehr und Fahren ohne Fahrerlaubnis, vorsätzliches Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und Drogenerwerb. Dafür gab es Geld- und Haftstrafen.

Nach eigenen Angaben lebt der Mann von Hartz IV. Er habe nach der Berufsausbildung nur drei Wochen gearbeitet. Dafür war er auf eine andere Art fleißig. Er sei Vater von fünf Kindern.

Da der Angeklagte nicht gestanden habe und der Sachschaden minder sei (laut Vermieter 136,85 Euro) plädiert die Staatsanwaltschaft für eine geringe Geldstrafe. „Ist o.k. so“, sagt der 37-Jährige.

Ohne Vorstrafen, so das Gericht, wäre das Verfahren eventuell eingestellt worden. Aber der Angeklagte habe schon fast die gesamte Bandbreite des Strafgesetzbuches „abgearbeitet“. Deshalb wird der Nichtgeständige zu 80 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt. Und er trägt die Kosten des Verfahrens. Der Finsterwalder akzeptiert das Urteil ebenso wie die Staatsanwaltschaft.

(mf)