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Amt will Schulen schließen und damit retten

Symbolische Fotomontage: Fürs Bild haben die Sechsklässler der Grundschulen in Hohenleipisch (links) und Plessa den Handschlag schon einmal geübt. Im nächsten Schuljahr sollen die beiden Einrichtungen zu einer zusammenwachsen.
Symbolische Fotomontage: Fürs Bild haben die Sechsklässler der Grundschulen in Hohenleipisch (links) und Plessa den Handschlag schon einmal geübt. Im nächsten Schuljahr sollen die beiden Einrichtungen zu einer zusammenwachsen. FOTO: vrs1
Plessa. Das Amt Plessa will sich nicht auf guten Schülerzahlen ausruhen und sorgt für die Zukunft vor. Mit der Schließung der beiden Grundschulen in Hohenleipisch und Plessa und der Errichtung einer Goethe-Grundschule mit zwei Filialen wollen Lehrer, Eltern, Abgeordnete und das Schulamt die Standorte auch zukünftig sichern. Corinna Karl

. Die Grundschulen in Hohenleipisch und in Plessa sollen auch zukünftig bestehen, deshalb hat das Amt Plessa einen besonderen Weg eingeschlagen. "Wir schließen die Schulen und errichten eine verlässliche Halbtagsgrundschule mit zwei Standorten", sagt Amtsdirektor Manfred Drews. Alle Beteiligten, ob Eltern, Lehrer oder Entscheider, tragen diesen ersten Schritt mit. "Man hätte sich auch auf die prognostizierten Schülerzahlen verlassen können. Beide Standorte sind laut einer Studie bis 2018 gesichert. Wie es sich tatsächlich entwickelt, wissen wir aber nicht und wollen frühzeitig handeln." Das begrüßt Marlis Eilitz, Leiterin vom Schulverwaltungsamt im Landkreis: "Die Gemeinde hat zwar mehr Kosten, da sie dennoch zwei Gebäude unterhalten muss. Aber es ist wichtig, die Standorte als soziale Punkte in den Dörfern zu halten."

Der Schulträger entscheidet"Im Rahmen der Schulentwicklungsplanungen des Amtes Plessa und der derzeitigen Situation ist nach einer für die Zukunft tragfähigen Lösung für beide Schulstandorte gesucht worden", steht in der Beschlussvorlage. Zum Ende des Schuljahres 2013/2014 sollen beide Grundschulen geschlossen werden. Das haben die Abgeordneten im jüngsten Amtsausschuss entschieden. "Gemäß der Gesetzgebung obliegt es dem Schulträger, die Schulangelegenheiten in eigener Verantwortung zu verwalten", heißt es weiter. Das Amt darf über die Auflösung und Errichtung von Schulen beschließen, ist bei der Namensgebung involviert. Zuvor haben sich Lehrer und Eltern in Konferenzen ebenso für die neue Variante ausgesprochen. "Wir sehen diese Neugründung als Chance und Herausforderung, neue Wege zu beschreiten", schreiben Elternsprecher und die Elterninitiative in einem Brief ans Amt Plessa. Der Antrag muss vom Kreisschulbeirat im Mai gehört werden. Schulverwaltungsamt und Ministerium müssen grünes Licht geben. Eilitz sieht keine Hürde.

Was ändert sich? Für Kinder und Eltern ändert sich wenig. "Wenn ein Standort zu wenige Anmeldungen hat, wird das ausgeglichen, vielleicht durch jahrgangsübergreifenden Unterricht. Die Schulen arbeiten mit- und nicht gegeneinander", sagt Drews. Vertretungsstunden könne man durch größeres Lehrerpotenzial besser organisieren. Schulen gehören in Dörfer, ohne sie sterbe das Dorfleben.

"Wir müssen die Konzepte beider Schulen einander anpassen", sagt die derzeitige Schulleiterin Ines Pätzold. Es sei eine Premiere, deshalb wisse man noch nicht, was im Konkreten auf die Grundschule zukommt.

Für das Kollegium zeichne sich keine Veränderung ab. Es wird eine Schulleitung, aber auch einen Stellvertreter geben. Bislang fungierte Pätzold als Schulleiterin in Hohenleipisch, übernahm zusätzlich die Leitungsfunktion in Plessa. Die Ausschreibung geht vom staatlichen Schulamt in Cottbus aus. Eilitz: "Es ist wichtig, solche Beschlüsse frühzeitig zu fassen, denn wenn es brennt, fallen sie schwerer."