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Abfallwirtschaft
Am wenigsten Hausmüll in Elbe-Elster

Der Abfallentsorgungsverband Schwarze Elster beginnt in der kommenden Woche mit dem Einsammeln der abgeputzten Weihnachtsbäume.
Der Abfallentsorgungsverband Schwarze Elster beginnt in der kommenden Woche mit dem Einsammeln der abgeputzten Weihnachtsbäume. FOTO: Abfallentsorgungsverband
Elbe-Elster. Auch beim illegalen Entsorgen von Abfällen ist keiner so zurückhaltend wie der Südwesten.

Im Südwesten des Bundeslandes Brandenburg wird am wenigsten Hausmüll „produziert“. Das besagen die vom Umweltministerium herausgegebenen Zahlen für das Jahr 2016. Grundlage sind die Angaben der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger.

Jeder der rund 178 000 Einwohner in dem Gebiet des Abfallentsorgungsverbandes (AEV)  „Schwarze Elster“, zu dem der gesamte Landkreis Elbe-Elster und der Süden von Oberspreewald-Lausitz gehören, hat demnach 103 Kilogramm Hausmüll in die schwarze Tonne gesteckt. Das deutlich dichter besiedelte Potsdam-Mittelmark kommt ebenfalls auf diesen niedrigen Wert. Es folgen Spree-Neiße (113) und Ostprignitz-Ruppin (115). Hausmüllspitzenreiter sind die Einwohner aus dem Landkreis Barnim (170) vor der ländlichen Uckermark (161), der Stadt Cottbus (159) und Oder-Spree (154). Gründe für die deutlichen regionalen Unterschiede nennt das Ministerium nicht.

Im positiven Sinne spitze ist der heimische AEV bei der Gebührenbelastung je Einwohner für die Abfallentsorgung nicht. Er liegt jedoch ein wenig unter dem Landesdurchschnitt von etwa 51 Euro und ist damit günstiger als die meisten Entsorgungsträger. Am geldbeutelfreundlichsten ist Märkisch-Oderland (etwa 37 Euro) vor Spree-Neiße (etwa 41). Teuer sind Potsdam (etwa 68), Cottbus und die Uckermark (je etwa 65). Vergleiche sind schwierig, da die Grundgebühren je Einwohner und Jahr sowie die Leerungsgebühr je Restmülltonne sehr unterschiedlich sind. So liegt der AEV bei der Grundgebühr zwar vergleichsweise hoch, verlangt dafür aber weniger als andere für die einzelne Tonnenleerung.

Die Abfallentsorgung im Land ist ein großes Geschäftsfeld. Die Gesamtkosten für das Entsorgen der überlassenen Abfälle wuchsen um elf auf 182 Millionen Euro. Davon wurden 2016 rund 126 Millionen Euro durch Gebühren gedeckt. 14 Millionen Euro Erlös erzielte das Verwerten der Wertstoffe.

Die AEV-Kunden brachten es auf je 217 Kilogramm Wertstoffe im Jahr und sind damit die sechstbesten Sammler in Brandenburg. Prignitz (145) liegt ganz unten, die Uckermark und Barnim (je 280) ganz oben. Zu den Wertstoffen werden unter anderem Papier und Pappe, Metalle, Bekleidung, Holz und Bioabfälle, aber auch elektronische Geräte gezählt.

Unschlagbar gut sind die Bewohner des AEV-Gebietes beim illegal entsorgten Müll in Wohngebieten und in der Landschaft. Nur 0,5 Kilogramm je Kopf mussten auf Kosten aller Gebührenzahler eingesammelt werden (Potsdam 4,7 kg/Ew.).