Abschied nehmen hieß es für die 35 Mädchen und Jungen der sechsten Klassen, die mit Beginn des Schuljahres 2004/2005 an weiterführenden Schulen in Falkenberg, Elsterwerda, Bad Liebenwerda oder auch Riesa ihren weiteren Bildungsweg bestreiten werden. Um dem Abschied einen feierlichen Rahmen zu verleihen, hatten die Schüler der fünften Klassen unter der Leitung ihrer Klassenlehrerinnen Margit Rische und Christine Schönitz ein halbstündiges Programm einstudiert. Mit witzigen Liedern und Sketchen versuchten sie, den „Großen“ den anstehenden Schulwechsel ein wenig zu erleichtern. Als kleines Abschiedsgeschenk gab es für jeden der 35 Schüler neben dem Zeugnis eine gelbe Rose aus den Händen des Schuldirektors, Wilfried Haubold.
Blumen und ein dickes Dankeschön erhielt ebenfalls die Lehrerin Ute Cae sar, die schweren Herzens nach vier Jahren Lehrtätigkeit ihren Dienst an der Mühlberger Schule aufgibt. Auf eigenen Wunsch, wie sie später gegenüber der RUNDSCHAU erzählte. „Ich gehe ungern von dieser Schule. Ich habe hier mit einem ganz tollen Kollegium zusammengearbeitet, und die Kinder sind mir ans Herz gewachsen“ , blickt die von Düsseldorf nach Nünch ritz gezogene Lehrerin auf ihre Arbeit in Mühlberg zurück. „Dennoch, ich musste feststellen, dass mir das Lehren von Anfangsklassen nicht so recht liegt. Daher möchte ich wieder verstärkt in der Sekundarstufe I Unterricht geben“ , begründet Uta Caesar ihre Entscheidung, mit Beginn des neuen Schuljahres an die Prösener Schule zu wechseln. Unter Tränen nahm sie von ihren Schützlingen und ihren Kollegen Abschied. „Ihr seid wahre Schätzchen“ , schluchzte Ute Caesar, während sie sich die Tränen unter der Brille wegwischte.
Der letzte Blumenstrauß, der war für Schuldirektor Wilfried Haubold selbst. Auch er scheidet nach 37 Jahren aus dem Schuldienst aus und kehrt nicht an die Mühlberger Schule zurück. Der 60-Jährige, der seit 1990 das Amt des Direktors der Schule ausübte, geht in den verdienten Ruhestand und möchte fortan gemeinsam mit seiner Ehefrau das Rentnerdasein genießen. „Es bleibt mir nur eines zu sagen: Ich wünsche Euch allen viel Erfolg und Glück im weiteren Leben“ , so Wilfried Haubold, der als letzten Akt seines Amtes die Ferien für die Mühlberger Schüler einläutete.
Am Abend wurde er dann noch einmal vom Bürgermeister und den Stadtverordneten im Rahmen der Parlamentssitzung im Rathaus verabschiedet. Nach vielen dankenden und würdigenden Worten erhielt der Musikliebhaber unter anderem ein passendes Geschenk.
„Ich würde es wieder machen“ , sagte Wilfried Haubold zu seiner Entscheidung, Schulleiter in Mühlberg zu werden. Er sei damals mehr geschubst worden, als gewollt in diese Funktion hineingerutscht. Es sei eine anstrengende, aber auch schöne Zeit gewesen, in der er selbst viel gelernt habe.
Sylvia Pomrehn tritt die Nachfolge Haubolds an. Eine Aufgabe, die sie auf jeden Fall gut meistern werde, ist sich Bürgermeister Dieter Jähnichen sicher. Seit zwei Jahren ist sie an der Mühlberger Schule tätig, arbeitete in der Vergangenheit schon eng mit dem Schulleiter zusammen und hat sich dabei bereits um die Schule verdient gemacht. An der Lösung des Schultür-Problems wirkte sie ebenso aktiv mit wie an der veränderten Organisation des Schwimmunterrichts. Nicht zu vergessen die Premiere des Grundschulfestes.