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| 18:14 Uhr

Wenn dem Arbeitgeber die Mitarbeiter nicht egal sind
Mit „Mutti-frei“ und „Wunsch-frei“ sorgen-freier

Im Altenpflegeheim St. Marien in Bad Liebenwerda: Katja Albrecht (l., 34) und Elke Staab (r., 53) – hier mit den Bewohnerinnen Karin Pollack (2.v.l., 65) und Renate Bliestle (77)– schätzen, dass der Arbeitgeber sehr auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie achtet.
Im Altenpflegeheim St. Marien in Bad Liebenwerda: Katja Albrecht (l., 34) und Elke Staab (r., 53) – hier mit den Bewohnerinnen Karin Pollack (2.v.l., 65) und Renate Bliestle (77)– schätzen, dass der Arbeitgeber sehr auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie achtet. FOTO: Frank Claus / LR
Bad Liebenwerda. Vereinbarkeit von Beruf und Familie – im St. Marien keine Floskel. Von Frank Claus

Es ist Freitag, kurz vor 13 Uhr. Gleich bricht das „Mutti-frei“ für Katja Albrecht an. Die 34-Jährige ist vierfache Mutter und schätzt, dass ihr Arbeitgeber auch die familiären Bedürfnisse im Blick hat. „Ich kann jetzt gleich meine Kinder abholen. Irgendwie ist man beruhigt, wenn alles in geregelten Bahnen läuft. Der Dienstplan sei auch so abgestimmt, dass sie nicht bereits um 6.30 Uhr „auf der Matte“ stehen muss, sondern früh erst die Kinder versorgen kann, um dann um 8 Uhr den Dienst anzutreten.

Elke Staab hat zwar keine kleinen Kinder mehr, weiß aber auch um die Unterstützung. „Ich hatte vor elf Jahren Elternzeit genommen. Das hat alles prima geklappt.“ Und erst in dieser Woche habe ihr der Sohn berichtet, wann die Abi-Abschlussfeier ist. „Da gibt es bei uns das Wunsch-frei. Ich denke, auch da wird für mich eine Lösung gefunden“, sagt sie.

In der Caritas-Trägergesellschaft St. Mauritius gGmbH (ctm) als Träger des Katholischen Altenpflegeheims St. Marien in Bad Liebenwerda werde viel Wert auf familienfreundliche Arbeitsbedingungen gelegt, sagt die stellvertretende Leiterin Maria Fischer. Das belege die Verteidigung des Zertifikats „audit beruf und familie“. Acht Handlungsfelder, unter anderem Arbeitszeit und Arbeitsorganisation, würden bewertet. Auch die Kolleginnen und Kollegen des Katholischen Altenpflegeheims St. Marien in Bad Liebenwerda würden von der erfolgreichen Re-Zertifizierung profitieren. In der Einrichtung sei eine frühzeitige und verbindliche Regelung der Dienstplanung eingeführt worden. Maria Fischer: „Inzwischen weiß jeder Mitarbeiter bis zum 20. des Monats, wann und wie lange er arbeiten muss.“

Zudem werde mit Arbeitszeitmodellen gearbeitet, die sich an den individuellen Lebensumständen der Mitarbeitenden orientieren. Wer Kinder habe oder Angehörige pflege, könne seinen Dienst darauf abstimmen. Das alles erfolge natürlich immer unter der Prämisse, dass die Bewohner der Einrichtung rund um die Uhr bestens versorgt sind.

Außerordentlich positiv sei das Springer-System. Sollten sich Lücken im Schichtplan auftun, würden aktuell zwei Springer – also Mitarbeitende, die zwar fest angestellt, aber flexibler bei ihrer Dienstplanung sind – für eine Absicherung bei Ausfällen zur Verfügung stehen. Den Einsatz von Springern nehmen die Mitarbeitenden genauso positiv auf, wie Gutscheine, die in der Einrichtung verteilt werden, um bestimmte Anlässe in der Familie zu würdigen oder um einfach mal „danke“ zu sagen.