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| 17:16 Uhr

Es zieht wieder Leben ein
Leere Schule in Biehla wird ein Hort

 Der Künstler Lutz Bohmann aus Doberschütz hat auf der Fassade der alten Grundschule in Elsterwerda-Biehla wunderbare Bilder geschaffen. Inzwischen ist das Gerüst gefallen.
Der Künstler Lutz Bohmann aus Doberschütz hat auf der Fassade der alten Grundschule in Elsterwerda-Biehla wunderbare Bilder geschaffen. Inzwischen ist das Gerüst gefallen. FOTO: VRS
Elsterwerda-Biehla. Die Eigentümerin aus Elsterwerda-Biehla hat das einstige Schulgebäude umgebaut und in einen Blickfang verwandeln lassen. Die Hortkinder ziehen dort bald ein. Von Manfred Feller

Die seit Jahren leer stehende alte Grundschule in Biehla ist mit ihren noch ganz frischen Fassadenmalereien ein echter Blickfang geworden. Und nicht nur das. Spätestens mit dem Schuljahresbeginn ziehen dort Hortkinder ein. Platz ist für 82 Mädchen und Jungen, informiert Ansgar Große, stellvertretender Bürgermeister in Elsterwerda. Gegenwärtig möbliert die Stadt die acht nutzbaren Räume auf zwei Etagen.

Für diesen Hort, den Elsterwerda unbedingt brauche, haben sich drei Partner gefunden: Eigentümerin Manuela Kung, der Verein BIK (Berliner Institut für Kleinkindpädagogik und familienbegleitende Kinderbetreuung) als Träger der Einrichtung und die Kommune. Diese steht gesetzlich in der Pflicht, ausreichend Kita- und Hortplätze für die Kinder der Stadt zu schaffen.

Eine lange Schulgeschichte

Bis dahin ist es ein sehr weiter Weg gewesen. Die 1889 eingeweihte alte Grundschule an der Haidaer Straße ist noch Jahrzehnte nach der Eröffnung der einstigen POS um das Jahr 1960 (heute Friedrich-Starke-Grundschule) in Betrieb gewesen, bevor sie geschlossen worden war. Es folgte eine Zeit des Leerstandes, heftiger Einwohnerdiskussionen auch zu einem möglichen Abriss und über Nachnutzungsideen (beispielsweise im Jahr 2007). 2010 erwarb ein gemeinnütziger Verein zur Förderung der beruflichen Bildung das Schulensemble, sanierte es, bildete aus  und strich bald wieder die Segel. Nach zwei Jahren des erneuten Leerstandes kaufte es Manuela Kung aus Biehla im Jahr 2014.

 Vor einem der Wandbilder: Manuela Kung (l.), Eigentümerin der alten Schule, Bürgermeisterin Anja Heinrich und ihr Stellvertreter Ansgar Große.
Vor einem der Wandbilder: Manuela Kung (l.), Eigentümerin der alten Schule, Bürgermeisterin Anja Heinrich und ihr Stellvertreter Ansgar Große. FOTO: Stadt Elsterwerda

Mit ihrem Mann Andreas habe sie das Potenzial in dem sich positiv entwickelnden Stadtteil Biehla erkannt, sagt sie heute. Das Gebäude neben der Schule wurde ab 2015 eine Pension mit sieben Zimmern. Heute lebt dort eine Senioren-Wohngemeinschaft.

Die alte Schule sollte jedoch weiterhin pädagogisch genutzt werden und in einem Konzept zur Begegnung von Jung und Alt münden. Dies geschehe jetzt mit dem Hort in Nachbarschaft zu den Senioren.

Schöne Bilder und Umbauten

„Als klar war, dass der Hort kommt, haben wir die passenden Wandbilder in Auftrag gegeben“, sagt Manuela Kung. Der Künstler, Maler, Grafiker und Gestalter Lutz Bohmann aus Doberschütz gestaltete die Fassade sehenswert. Zudem wurde das Haus für die neuen Anforderungen umgebaut. Dies betraf, so Ansgar Große, unter anderem die Sanitärbereiche mit Behindertentoilette und die Barrierefreiheit im Erdgeschoss.

 Noch eine Giebelmalerei. Darauf ist zu lesen, dass der neue Hort natürlich auch schon einen Namen hat: Er heißt „Rasselbande“ – so wie die Kita in Biehla, die ebenfalls vom Verein BIK betrieben wird.
Noch eine Giebelmalerei. Darauf ist zu lesen, dass der neue Hort natürlich auch schon einen Namen hat: Er heißt „Rasselbande“ – so wie die Kita in Biehla, die ebenfalls vom Verein BIK betrieben wird. FOTO: Ansgar Große

Auch der neue Hort werde nicht alle Kinder aufnehmen können. Einige würden weiterhin in der Kita betreut. Warum nicht in der modernen Grundschule? „Es gelten die Anforderungen des Kitagesetzes. Der Hort ist keine Aufbewahrungsstätte für Kinder, sondern hat abseits der Schule pädagogische und Ansprüche an das Umfeld zu erfüllen“, stellt der stellvertretende Bürgermeister klar. Derzeit besuchen in Elsterwerda 104 Kinder eine Krippe, 211 einen Kindergarten und 167 einen Hort.

Bürgermeisterin Anja Heinrich (CDU) würde die Uhr gern zurückdrehen, begrüßt schließlich die jetzige Lösung: „Aus wirtschaftlicher Sicht hätte die Stadt Grundstück und Immobilie vor Jahren selbst erwerben müssen. Da diese Option nicht mehr besteht, haben wir jetzt mit den Gegebenheiten und einem bewährt zuverlässigen Investor, dem Unternehmen Kung, eine langfristig beständige Lösung für die Hortbetreuung durch den BIK e. V. geschaffen. Ganz persönlich freut mich auch die künstlerische, wunderbare, kindgerechte und fröhliche Außengestaltung und das Gesamtensemble für Jung und Alt für eine generationsübergreifende Gemeinschaft. Das Unternehmen Kung, der Verein BIK und die Stadt Elsterwerda als Mieter haben damit in Biehla einen wundervollen neuen Ort der Begegnung geschaffen.“