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| 13:38 Uhr

Es wird wieder getanzt
Alte Diskozeiten leben in Plessa auf

 Im Kulturhaus Plessa wird wieder getanzt. Wenn das Publikum dieses Angebot annimmt, dann soll in Zukunft öfter Musik aufgelegt werden.
Im Kulturhaus Plessa wird wieder getanzt. Wenn das Publikum dieses Angebot annimmt, dann soll in Zukunft öfter Musik aufgelegt werden. FOTO: Veit Rösler
Plessa. Der Tanzauftakt in der Nacht zum Sonntag im Kulturhaus Plessa war schon mal gelungen. Im April geht es weiter. Von Veit Rösler

Im traditionsreichen Kulturhaus Plessa wird wieder getanzt. Die Einladung hatten sich am Sonnabend sehr viele nicht entgehen lassen. „Wir sind mit der Resonanz auf die erste Veranstaltung dieser Art sehr zufrieden. Zwischen 1 und 3 Uhr ist noch einmal richtig die Post abgegangen. Nach der Disko haben mir Gäste auf die Schulter geklopft und Komplimente für die Idee gemacht. Das heißt, wir machen weiter, solange es funktioniert“, verspricht René Steudten, der Organisator ist.

Weil der Auftakt so gut angekommen ist, wird bereits eine weitere Diskoveranstaltung mit Musik aus den 80er- und 90er-Jahren für den  30. April geplant.

In fast jedem Ort nicht nur im Altkreis Bad Liebenwerda gab es vor der Wende regelmäßig stets gut besuchte Diskoabend. Legendäre und einprägsame Musik von unverwechselbaren Interpreten zog die Massen in die Tanzsäle. Von Donnerstag im HDW Bad Liebenwerda über Conny in Elsterwerda und Zobersdorf bis hin zum Freitag-, Samstag- und Sonntagabend in Hohenleipisch konnten mehrere solcher Veranstaltungen besucht werden. Sehr oft waren es mehrere am selben Abend. Die Tanzfreudigen hatten eine große Auswahl.

In der Nacht zum vergangenen Sonntag war es endlich auch wieder in Plessa so weit. „Wir wollen an die alten Traditionen aus DDR- Zeiten anknüpfen, mit der gleichen Musik, genau so unkompliziert wie damals, und wir wollen damit hauptsächlich auch das Publikum von einst ansprechen“, sagt René Steudten zu seinem Konzept.

Total verrauchte Säle, aus den Lautsprecherboxen donnernde West-Musik und vor den Gastwirtschaften Hunderte abgestellte Mokicks vom Typ S 50 prägten seinerzeit das Bild. Die derzeit 45 bis 60 Jahre alten Disko-Gänger von damals erinnern sich gern an jene Zeiten. Überall Tanz – das war normal und Kult.

Vor der Entscheidung zu der Diskoserie hatte René Steudten eine Umfrage unter Musikern und Musikbegeisterten gestartet. Diese habe keine weiteren regelmäßigen vergleichbaren Veranstaltungen in der Region, dafür aber eine hohe Nachfrage ergeben, heißt es.

Was ist heute von damals noch geblieben? Aus den ehemals sehr gut besuchten regelmäßigen Freitags-, Samstags- und Sonntagsveranstaltungen in der Umgebung ist heute fast nur noch Hohenleipisch übrig. Dort findet regelmäßig der Singletanz statt, der zumeist, so Gastwirtin Anja Krausch, von Gästen über dem 40. Lebensjahr besucht wird. Manch einer nehme dafür durchaus eine weite Anreise in Kauf. Nur sporadisch werden in Hohenleipisch auch Ü 30-Partys angeboten. Daneben finden in unregelmäßigen Abständen in der Gegend Summer- & Beats-Veranstaltungen statt, wie zum Beispiel in Gorden oder auf dem großen Saal im Kulturhaus in Plessa.

Junge Leute von heute aus dem Raum Plessa kennen daneben noch gelegentliche Tanzveranstaltungen in der „Linde“ in Zobersdorf oder in der „Ostarena“ in Lauchhammer. Einige fahren, natürlich auch Ältere, gern nach Dresden oder Cottbus zu vergleichbaren Veranstaltungen.

Die Idee, in Plessa wieder neu durchzustarten, sei während des 25. Geburtstages des Plessaer Landhauses Ende vergangenen Jahres geboren worden. Der leidenschaftliche Gastwirt René Steudten will nun versuchen, zeitlich außerhalb der Karnevalsveranstaltungen mit minimalem Eintrittspreis und vereinfachter Getränkeversorgung eine vielleicht sogar verlässlich regelmäßig stattfindende Veranstaltungsreihe aufzubauen. Der Start im Kleinen Saal des Kulturhauses und dadurch mit überschaubarem finanziellen Risiko gehört zum Konzept.

„Wir wollten erst einmal schauen, wie das Projekt anläuft und ob eine weitere Nachfrage besteht. Natürlich machen wir das nur, wenn im Kulturhaus keine weiteren Veranstaltungen angeboten werden. Im Prinzip kann nicht viel schiefgehen. Sollte das Format Erfolg haben, können wir bei größerer Resonanz auf den großen Saal ausweichen“, zeigt sich René Steudten flexibel.

Eine Mannschaft von etwa zehn Mitstreitern will ihn dabei nach eigenen Angaben unterstützen. Neben der günstigen Verkehrsanbindung direkt an der Bundesstraße 169  bietet das Kulturhaus Plessa mit seinem Umfeld auch viele Parkmöglichkeiten. Die Sommernächte im Blick, könnte es dann sogar weitaus öfter und damit wieder regelmäßig eine Disko in Plessa geben.