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Als Überraschung ein Hund?

Moritz (7) liebt Mamas Hunde. Gespielt wird aber unter Aufsicht.
Moritz (7) liebt Mamas Hunde. Gespielt wird aber unter Aufsicht. FOTO: mcl2
Frau Sucker, Ihrer Meinung nach ist auch ein Hund ein Geschenk zu Weihnachten, oder? Generell: Ein Hund als Geschenk ist doch etwas Schönes. Nur darf dieser keine Überraschung für den Beschenkten sein. mcl2

Im Vorfeld sollte dieser Wunsch überlegt, alle Bedenken durchdacht und die Rasse mit Verantwortung gewählt sein. Nicht zu unterschätzen sind die Kosten, die so ein Vierbeiner verursacht: Kaufpreis, laufende Kosten wie Hundesteuer, Futter, Zubehörartikel und Versicherungen müssen kalkuliert werden.

Wenn die Eltern zahlen, dann kann auch ein Kind allein die Verantwortung übernehmen?
Niemals zu 100 Prozent. Einem Kind diese Verantwortung zu übertragen, das funktioniert nicht. Die Familie muss sich schon mit dem Vierbeiner identifizieren. Ein Tier ist kein Spielzeug.

Ein kleiner Hund für die Neubauwohnung und ein großer Hund für das Haus mit Garten. Ist das die Regel?
(Lacht!) Bewegungsdrang haben alle Hunderassen und sind es Welpen, dann umso mehr. Der Hund ist ein Lebewesen mit eigenem Charakter und den wird er ausleben wollen. Junge Hunde haben einen starken Bewegungsdrang, ältere Hunde schlafen schon mal sechs Stunden am Stück.

Ein Hund muss nur "süß" sein und zum Kuscheln, aber was ist mit Gehorchen - ist das der richtige Gedankengang zum neuen Familienmitglied?
Süß sind Welpen und Tiere mit Fell verleiten zum Kuscheln. Liebe Tiere bekommen Kekse und Leckerli, das hat aber nichts mit Erziehung gemein. Der Hund ist ein Raubtier, er besitzt einen Jagd- und Beutetrieb, was leider oft vergessen wird.

Bei der Auswahl sollten also die verschiedenen Charakteristika beachtet werden. Worauf ist besonders zu achten?
Seit dem Film "Ein Schweinchen namens Babe" sind Border-Collie im Trend, gezüchtet als Arbeits- und Hütehund. Sie sind sehr lehr- und wissbegierig, werden gern auch als Familienhund empfohlen, benötigen aber sehr viel Beschäftigung. Ebenso gern gewählt wird der Australian Shepherd, im Wesen sind sie Hüte- und Treibhunde. Nur Spazierengehen und mal neben dem Fahrrad herlaufen sind ihm aber zu wenig. Der Besitzer sollte aktiv sein und den Vierbeiner auslasten können. Als putzig gelten immer wieder Französische Bulldoggen, denen ein Dickkopf nachgesagt wird. Von größeren Tieren einschüchtern lassen die sich nicht. Sie gelten als Familienhund zum Spazierengehen und für Joggingtouren. Wissen sollte man, dass sie aus der Zucht der englischen Bulldogge hervorgegangen sind. Diese wurden einst zum Kampf gegen Stiere ausgebildet. Im Trend sind ebenso Jack Russell Terrier, der Begriff Terrorist steckt im Wortstamm Terrier und definiert meiner Meinung seinen Charakter. Der Jack Russell ist in erster Linie ein Jagdhund - lebhaft, wachsam, aktiv, mit intelligentem Ausdruck, dazu kühn, furchtlos und freundlich.

Was empfehlen Sie also?
Wer einen Welpen beim Züchter erwirbt, dem empfehle ich, sich die Hundeeltern anzuschauen. Wer kein Tier mit Zuchtnachweis und damit meist kostengünstiger erwerben möchte, kann oft nur auf Aussagen des Verkäufers bauen, Vertrauen gegen Vertrauen eben. Wie viel Erziehung der Hund braucht, liegt meist am Menschen.

Für die Erziehung gibt es doch Hundeschulen. Können Sie den Hund nicht fertig erziehen?
Wenn die Beziehung zum Tier stimmt, dann braucht es keiner Erziehung. Mein Konzept ist es nicht, dass ich den Hund für andere erziehe. Er soll ja schließlich auf seinen Besitzer und nicht auf mich hören. Meine Aufagbe sehe ich darin, Anleitung zu geben. Mein Angebot ist, mit Hund und Besitzer in der gewohnten Umgebung zu arbeiten. Welpen bekommen ihre Grunderziehung auf dem Platz, bei Erziehungskursen. Von dort nimmt der Besitzer Tipps für zu Hause mit.

Hundeplatz ist das Stichwort! Seit wann sind Sie eigentlich in Elsterwerda tätig?
Seit September arbeite ich auf dem fast 2000 Quadratmeter großen Areal unweit Kotschka, welches ich von der Stadt Elsterwerda als Hundeausbildungsplatz gepachtet habe. Mit dem Barfshop (biologisch-artgerechtes-rohes Futter), der Hundebeherbergung und meiner Familie bin ich noch immer in meinem Elternhaus in Dobra zu Hause. Darüber hinaus biete ich ebenfalls die mobile Hundeschule an und wenn es die Zeit zulässt, sehen mich auch die Enthusiasten der DRK-Hundestaffel Bad Liebenwerda wieder häufiger.

Übrigens: Es sind nicht nur die Kinder, die sich einen Gefährten zum Kuscheln und Zuhören wünschen. Auch Senioren kommen gern auf den Hund, um die Einsamkeit zu vertreiben. Familien wünschen sich diesen, damit Kinder mit einer gewissen Verantwortung aufwachsen - alles Gründe, die Danilea Sucker durchaus eine Anschaffung bejahen lassen.