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Alles voll automatisch

Jetzt hat meiner es auch getan! Ich meine meinen Supermarkt direkt um die Ecke. Izabela Grzywacz

Wo vorher ein gigantischer archaisch formschöner Pappkarton für die Pfandflaschen bereit stand, in den eine, je nach Tageszeit mehr oder weniger motivierte, Kassiererin mit Schwung selbst die verbeultesten meiner Wasserflaschen mit Schwung entsorgte, steht jetzt einer dieser großen sterilen Pfandflaschenautomaten. Wie eine Invasion nehmen die großen Kisten einen Quadratmeter nach dem anderen in den regionalen Discountketten für sich ein. Und der Kunde hat keine Wahl: Früher oder später muss der Plastikberg aus unterschiedlichsten 25-Cent-Behältnissen in der eigenen Küche dezimiert werden. Mit zwei bis drei prall mit Pfandflaschen gefüllten Tüten geht es schließlich tapfer durch die automatische Schiebetür hin zum ebenfalls automatischen Flaschenvernichter. „Bitte Flasche einlegen“ , steht auf dem Display. Also rein damit. „Peep peep peep!“ , ist zu hören. Und: „Flasche nicht lesbar.“ Also wieder raus und wieder rein. Und dann immer nur „peep peep peep“ . Währendessen wird die Schlange der gewillten Pfandflaschenentsorger immer länger und ärgerlicher. „Sind sie sich sicher, dass es eine Pfandflasche ist?“ , höre ich trotz des lauten Peepens eine Stimme fragen. „Warten sie, bis sie das Vergnügen haben“ , denk ich mir schadenfroh und frustriert zugleich. Was für ein Ausblick in eine Zukunft, in der statt Kassiererinnen bald Kassierautomaten am Ausgang stehen und diese, während ich Milchtüten hineinlege, Kartoffeln abrechnen.