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| 09:26 Uhr

Fairer Handel in der Kurstadt
Alles begann mit einem Schrank

 Gabriele Nickschick (r.) und Kerstin Schultze engagieren sich in der Eine-Welt-Gruppe für den Weltladen in der Kurstadt. Seit dem 10. November 2011 ist der Weltladen in Bad Liebenwerda gegenüber der evangelischen Kirche geöffnet.
Gabriele Nickschick (r.) und Kerstin Schultze engagieren sich in der Eine-Welt-Gruppe für den Weltladen in der Kurstadt. Seit dem 10. November 2011 ist der Weltladen in Bad Liebenwerda gegenüber der evangelischen Kirche geöffnet. FOTO: mona claus
Bad Liebenwerda. Wie die Zeit vergeht: Die Eine-Welt-Gruppe in Bad Liebenwerda  gibt es seit zehn Jahren. Und genauso alt ist auch der Weltladen, wenngleich alles „nur“ mit einem Schrank begann. Von Frank Claus

Sie wollen etwas tun gegen katastrophale Arbeits- und Lebensbedingungen in Entwicklungsländern. Sie wollen den Menschen in diesen Ländern helfen, ihre oft unter schwierigen Bedingungen und mit meist unterentwickelter Technik gezüchteten oder hergestellten Produkte fair gehandelt verkauft zu bekommen.

Am 10. Februar 2009, vor zehn Jahren also, hat sich die Eine-Welt-Gruppe der evangelischen Kirchengemeinde Bad Liebenwerda gegründet. Antonia Brückner, die in Torgau einen Weltladen betrieb, war so etwas wie die Patin. Der Gemeindekirchenrat hat die Gruppe als Gemeindegruppe anerkannt und unterstützt bis heute, wo er nur kann.

Das Gründungsdatum ist gleichzusetzen mit der Eröffnung des Weltladens, auch wenn sich die „Verkaufsfläche“ zunächst auf einen Kleiderschrank beschränkte. Kerstin Schultze, in der Gruppe unter anderem zuständig für die Beschaffung der Waren, erinnert sich: „Die Familie Götz Bergemann hat uns einen alten, geräumigen Kleiderschrank geschenkt, in dem wir in der Kirche zunächst unsere Waren verstauen und zum Verkauf anbieten konnten.“

Das waren zuerst vor allem Kaffee, Gewürze, Schokoladen, viele weitere Lebensmittel und Tücher. Als im November 2011 der Weltladen in der neuen Superintendentur eröffnet werden konnte, wurde das Angebot beträchtlich erweitert. Taschen, Haushaltswaren, Kunsthandwerk und viele Dinge mehr für den persönlichen Gebrauch und zum Verschenken kamen hinzu. Wer heute etwas Besonderes sucht, der wird im Weltladen fündig.

 Gehören zum Weltladen-Team: Ute Lubk, Kerstin Schultze, Gabriele Nickschick und Erwin Rohleder.
Gehören zum Weltladen-Team: Ute Lubk, Kerstin Schultze, Gabriele Nickschick und Erwin Rohleder. FOTO: Mona Claus

Die Eine-Welt-Gruppe hat inzwischen knapp 20 Mitglieder, Vorsitzende ist Gabriele Nickschick. Alle arbeiten ehrenamtlich und sichern die regelmäßigen Öffnungszeiten am Dienstag von 10 bis 14 Uhr und am Donnerstag von 14 bis 18 Uhr ab. Das Team öffnet aber auch zu besonderen Anlässen und ist im Landkreis präsent.

Bei Veranstaltungen im Saxdorfer Pfarrgarten erzielen sie immer besonders gute Erlöse. Aber auch die Landesausstellung in Doberlug-Kirchhain war ein großer Erfolg. Verkauft werden ausschließlich zertifizierte Produkte des „fairen Handels“. Und verkauft wird nicht zum Selbstzweck. Die Erlöse kommen Projekten in Entwicklungsländern zugute, wobei sich Bad Liebenwerdas Gruppe besonders der Kinderhilfe Afghanistan verschrieben hat. Stolze 26 160 Euro konnten seit der Gründung für Hilfsprojekte eingespielt werden.

Das Jubiläum will die Gruppe besonders feiern. Nach der musikalischen, etwa 20-minütigen musikalischen Andacht am Sonntag um 10 Uhr im Gemeindezentrum soll es im Weltladen einen kleinen Sektempfang geben. Die Gruppe hat eine Tombola mit 100 Losen vorbereitet, bei der jedes Los gewinnt. Und bis Ende des Monats gibt es im Weltladen auf alle kunstgewerblichen Artikel zehn Prozent Rabatt.

Wer Außergewöhnliches kaufen und dabei noch helfen will, ist im Weltladen immer richtig.