Elf Jahre schon. So lange gibt es die jazzigen Adventskonzerte der BigBand Bad Liebenwerda. Diese Konzerte gehören seit Beginn an zu jenen, bei denen die Kirche entweder komplett oder fast komplett ausverkauft ist. Der besonders hohe Anspruch, dem sich die BigBand stellt, hat sich im Landkreis herumgesprochen und einen eigenen Zuhörerkreis gebildet. Nicht zuletzt deshalb hat das Kulturamt des Landkreises den Kulturpreis 2018 an die BigBand Bad Liebenwerda vergeben.

Zwei neue Talente

Auf Lorbeeren ausruhen ist nicht. Immer wieder werden neue Wege gegangen, Workshops mit renommierten Jazzmusikern besucht. Und die musikalische Leiterin Miriam Kreher, gemeinsam mit ihrem Mann Michael „Antreiber“ der Band, legt wert auf die Einbeziehung von jungen Leuten. „Wir konnten zwei junge Trompeter für unser diesjähriges Weihnachtsprojekt gewinnen“, sagt sie erfreut. Zum einen ist das Danny Zöllner aus Döllingen. Miriam Kreher: „Ein talentierter Junge, der bei meinem Musikschul-Kollegen Ulf Kluge lernt.“ Im September habe sie ihn beim Konzert „Musikschulen öffnen Kirchen" in Döllingen persönlich sowie musikalisch kennengelernt und ihn zur Mitwirkung an den Weihnachtsskonzerten eingeladen. „Er wird einen wunderschönen weihnachtlichen Solotitel – begleitet durch unsere Band – spielen sowie den Trompetensatz stärken.“

Der künftige 1. Trompeter

Zum anderen hat die Band mit Alex Petrov aus Bad Liebenwerda (16) gewonnen. Mit ihm hat Miriam Großes vor. „Er übernimmt eine der verantwortungsvollsten Rollen in einer BigBand, die der 1. Trompete. Außerdem wird er auch mit einem improvisierten Solo zu hören sein.“

Alex spielt seit einiger Zeit im LaJJazzO Junior Brandenburg und habe, so Miriam Kreher, dort bereits hervorragend das Spiel als Satzführer an der 1. Trompete und damit den Umgang mit der Verantwortung für die gesamte Bläser-Section einer BigBand erlernt. Schon die Proben mit diesen beiden jungen Musikern würden den übrigen Bandmitgliedern viel Spielfreude bereiten. „Wir sind dankbar, dass sie unserer Einladung gefolgt sind.“

Mit starkem Gesang

Worauf dürfen sich die Gäste der beiden Konzerte in Doberlug-Kirchhain und Bad Liebenwerda freuen? „Auf uns“, sagt Miriam und lacht: „Natürlich stehen auch wieder Titel mit Gesang auf dem Programm, und zu hören werden in diesem Jahr unsere drei mittlerweile ,hauseigenen’ Sänger Beatrice Szerement, Natalie Lelek und Marcus Mundus.“ Es sei „ein Musizieren mit langjährigen Freunden“, wie die musikalische Chefin sagt.

Erstmals mit Vibraphon

Durch Beatrice sei auch der Kontakt zu einem weiteren musikalischen Gast entstanden: einer Dresdener Jazz-Pianistin und Dozentin für Klavier im Bereich Popularmusik an der Hochschule für Kirchenmusik Dresden. „Sie wird unsere BigBand am Klavier vervollständigen und dem orchestralen Klangbild ihre persönliche Note verleihen“, sagt Miriam Kreher, die gleich noch einen weiteren Gast ankündigt: „Wir können noch ein ganz besonderes Schmankerl für unsere diesjährigen Konzerte bieten. Mit dem Vibraphon wird mein Finsterwalder Musikschulkollege Lars Weber ein Instrument solistisch und begleitet durch unsere BigBand vorstellen, das durch Lionel Hampton und Red Norvo seit den 1930er-Jahren Einzug in den Jazz hielt“

Anlass, auch ihn einzuladen, sei das Aufeinandertreffen innerhalb eines gemeinsam gestalteten Doppelkonzertes vom Kulturamt unseres Landkreises anlässlich der Finissage zur Ausstellung „Wanderungen" auf dem Atelierhof Werenzhain gewesen. „Wir freuen uns schon sehr auf diese seltener zu Gehör kommende Klangfarbe.“ Die Zusammenarbeit mit all diesen Musikern habe auch den Anreiz gegeben, ein zum großen Teil ganz neues Programm zusammen zu stellen.

Aus dem Programm

So wolle die Band das Konzert mit einer Heavy-Rock-Version des Kirchenliedes „Hört der Engel helle Lieder" eröffnen. Miriam Krehers 2012 geschriebenes Arrangement des Liedes „Alle Jahre wieder" stehe nach mehrjähriger Pause wieder auf dem Programm. Eine besondere Herausforderung im neuen Programm stelle das einstmals eigens für die WDR-Bigband geschriebene Arrangement des Liedes „Stille Nacht“ an die Band, „weil es nicht – wie für die meiste Musik im Popularbereich üblich – mit Groove und durchgehendem Puls arbeitet, sondern zum einen mit verschiedenen Tempi und Taktarten spielt und zum anderen hat jede der 13 Bläserstimmen ihr eigenes melodisch-rhythmisches Leben.“

Die Band freue sich auf die „neue Kirche" in Bad Liebenwerda - nun mit herabgesenkten Bankreihen für bessere Sicht in den hinteren Reihen. „Wie wird der Raum und das Publikum nun auf uns Akteure wirken?“, fragt sich Miriam Kreher gespannt.

Das Jahr 2020 schon lange im Blick


Im Konzertjahr 2020 will die BigBand mit drei sehr unterschiedlichen Programmen spielbereit sein: ein brandenburgisch-sächsisches Programm ausschließlich von brandenburgischen und sächsischen Arrangeuren, ein großes Tanzprogramm für die Tuniertänze mit den Bereichen Standard und Lateinamerikanisch und das Programm „Singing & Swinging“ für ein Projekt mit der Kreismusikschule Gebrüder Graun.

Fast 20 Konzerttermine, u.a. in Mühlberg, Proschwitz (Sachsen), Müllrose, Finsterwalde, Bad Liebenwerda, Spremberg, im Bauhaus Dessau und bei der Handwerkskammer Cottbus sind fest gebucht.

Karten für die jazzigen Adventskonzerte am 14. Dezember in Stadtkirche St. Marien Kirchhain und am 21. Dezember in der St.-Nikolai- Kirche Bad Liebenwerda (jeweils 17 Uhr) gibt es im Cafe Beeg und in der Tourist Information Bad Liebenwerda, der Tourist Information im Schloss Doberlug-Kirchhain und beim Stadtmarketing Finsterwalde. Die Karten kosten zwölf (Abendkasse 14 Euro), Musikschüler und Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt.