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Adlige Hilfe für Schloss und Kloster

Das Bad Godesberger Kantatenorchester.
Das Bad Godesberger Kantatenorchester. FOTO: Orchester
Martinskirchen/Mühlberg. Das Barockschloss Martinskirchen ist seit 1968 teilweise Gemeindebesitz, seit 1985 gehörte es komplett der Gemeinde. Mit dem Erhalt ist die Kommune bis heute überfordert. Frank Claus

Von 1991 bis 1997 wurden Restaurierungsarbeiten am Schloss durch die Brandenburgische Schlösser GmbH durchgeführt. Errichtet worden ist das Jagd- und Lustschloss im Jahr 1754 in nur zweijähriger Bauzeit von Obersteuereinnehmer Friedrich Wilhelm Graf von Brühl, dessen Bruder Heinrich durch den Bau der Brühlschen Terrassen in Dresden weitaus größere Bekanntheit erlangte.

Und aus der "Heinrich-Linie" stammt ein Nachfahre, der im Oktober 2013 den Förderverein Schloss Martinskirchen mit aus der Taufe hob. Der Mann steht genau wie seine Ehefrau nicht gern in der Öffentlichkeit und deshalb haben beide auch fast im Verborgenen für dieses Wochenende zwei Benefizkonzerte initiiert. Vornehmlich ist es die Ehefrau, die als Geigerin im Bad Godesberger Kantatenorchester ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter für den musikalischen Ausflug ins Brandenburgische begeistern konnte. "Schon morgen ist Anreise", berichtet sie im Telefonat. Geplant sind zwei Konzerte am Samstag ab 18 Uhr im Marmorsaal im Schloss Martinskirchen (18 Uhr; 16 Euro Eintritt) und am Sonntag (17 Uhr, Klosterkirche 10 Euro). Zwei unterschiedliche Programme werden zugunsten des Barockschlosses und des Klosters geboten.

Das Streichorchester verfügt einer Pressemitteilung zufolge über eine breite musikalische Erfahrung in der Begleitung erster Soloauftritte begabter Jungmusiker, aber auch bei der Erarbeitung anerkannter Ur- und Erstaufführungen neuer Werke von Kirchenmusikern der weiteren Region. So begleitet es beim bevorstehenden Auftritt junge Solisten, die sich bereits auf dem internationalen Parkett einen Namen gemacht haben und präsentiert ein Programm mit Werken aus der Barockzeit sowie ein zeitgenössisches geistliches Stück des Leverkusener Komponisten Michel Porr.

Die Flötistin Elisabeth Charlotte Berger und der junge Geiger Lucas Brunnert sind mehrfache erste Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe und haben eine rege Konzerttätigkeit, die sie schon in viele europäische und außereuropäische Länder führte. Die Flötistin Michèle Wolter wird ihre Virtuosität auf der Sopraninoflöte in dem C-Dur-Konzert von Antonio Vivaldi unter Beweis stellen. Die junge Künstlerin ist mehrfache Preisträgerin des Wettbewerbs "Jugend musiziert" und studiert an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz. Mit der Mezzosopranistin Ulla Berres musiziert das Kantatenorchester bereits seit mehreren Jahren. Sie blickt auf eine rege kirchenmusikalische solistische Tätigkeit, zählt aber auch Arien aus Opern von Händel, Gluck, Mozart und anderen zu ihrem Repertoire.