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Elsterwerda
Abschied zu Hause in kleiner, in Vreden in großer Runde

Elsterwerda. Dienstreise von Dieter Herrchen führte zu Freunden. Von Manfred Feller

Jede Stadt entscheidet selbst, wie sie einen Bürgermeister verabschiedet. In Elsterwerda geschieht dies am 31. Januar, dem letzten Arbeitstag vor dem Ruhestand von Dieter Herrchen (parteilos), ohne die breite Öffentlichkeit – zum Beispiel während einer Stadtverordnetenversammlung.

An diesem Tag wird die neue Bürgermeisterin Anja Heinrich (CDU) durch den Vorsitzenden des Parlaments, Patrick Weser, im Beisein von Abgeordneten vereidigt. Ihr Amtsvorgänger wird dann in dem kleinen Kreis verabschiedet. Es erfolgt die Übergabe der Amtskette. Auf diese Verfahrensweise, so Patrick Weser, hätten sich die Fraktionen verständigt.

Bürgermeister Dieter Herrchen (parteilos) erinnert sich, dass seine Vereidigung vor 16 Jahren ebenso abgelaufen ist. Einzig vorgeschrieben sei, dass das Stadtoberhaupt vor dem höchsten Gremium der Stadt seinen Amtseid schwören muss.

Dennoch ist er dieser Tage in einer großen Runde verabschiedet worden – bei seinem letzten dienstlichen Termin in der etwa 600 Kilometer entfernten Partnerstadt Vreden (NRW). Zum dortigen Neujahrsempfang war er mit dem Parlamentschef gereist. Die mit den Jahren gewachsenen persönlichen Kontakte zu Vredenern und auch zur polnischen Partnerstadt werden „weit über meine Amtszeit“ hinausgehen, sagt er. Die Freundschaften seien ihm eine Herzensangelegenheit. Den Vredenern versicherte er, dass er sich auch in Zukunft als Teil des freundschaftlichen Bündnisses sehe und vorbeischauen werde.

Elsterwerda habe der Stadt Vreden viel zu verdanken. Verwaltungsmitarbeiter waren es, die in der Lausitz beim Aufbau nach der politischen Wende geholfen hatten.