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| 19:45 Uhr

Nach Wohnhausbrand in Hohenleipisch
Abgebrannt vor Weihnachten

Der Familienhilfeverein Elsterwerda hilft sofort: Beate Schönitz sucht mit Steffi Herrmann am Dienstag in der Kleiderkammer Sachen heraus.
Der Familienhilfeverein Elsterwerda hilft sofort: Beate Schönitz sucht mit Steffi Herrmann am Dienstag in der Kleiderkammer Sachen heraus. FOTO: LR / Frank Claus
Hohenleipisch. Junge Hohenleipischer Familie sucht nach Brand vorübergehendes Zuhause. Von Frank Claus

Es ging alles blitzschnell. Eins der vier Kinder von Steffi Herrmann (29) aus Hohenleipisch spielt am Sonntag in der Zeit, in der es im Kinderzimmer im Obergeschoss eigentlich Mittagsschlaf halten soll, mit dem im Kindergarten gebastelten Adventskranz, stellt ihn dazu, so die Mutter, auf das Sofa und zündet eine Kerze an. Es muss nicht lange gedauert haben, bis das Stoffmöbel Feuer gefangen hat. „Der Große hat aus dem Nachbarzimmer durch die Türscheibe einen hellen Lichtschein gesehen.“

Ihr Lebensgefährte Patrick Weissgrab (38) sprintet nach oben, holt einen Eimer Wasser und zieht sich Brandwunden im Gesicht zu, als er das Wasser in die Flammen kippt. Im Krankenhaus wird er auch wegen einer Rauchgasvergiftung behandelt. Die Feuerwehr ist schnell vor Ort. Dennoch ist das Haus unbewohnbar. Die obere Etage ist komplett verrußt, die Kameraden müssen den Holzboden und Teile des Dachgebälks öffnen, um weitere Glutnester auszuschließen.

Die sechsköpfige Familie ist bei den Eltern, die an der gleichen Straße wohnen und die selbst noch zwei Kinder im kleinen Haus haben, untergekommen. Nun wohnen sie zu zehnt – „vier schlafen in einem Zimmer“, berichtet Steffi Herrmann – im Haus. „Ich bin sehr dankbar, dass uns meine Eltern helfen, aber das Wichtigste für uns wäre jetzt, eine Übergangswohnung zu finden“, sagt sie. Zumal ihr Lebensgefährte in drei Schichten beim Milch- und Dessertspezialisten ODW in Elsterwerda arbeitet. Das weiß auch Plessas Amtsdirektor Göran Schrey. „Wir suchen nach etwas Geeignetem. Das ist aber nicht so einfach, da es unbedingt Hohenleipisch sein sollte, weil die Familie kein Auto hat und die Kinder hier zur Kita beziehungsweise Schule gehen.“

Von außen nicht zu sehen: Das Obergeschoss des Wohnhauses in Hohenleipisch ist total verrußt. Steffi Herrmann (29) sucht mit ihren Kindern Laura (1), Ben (4), Lukas (6) und Jonas (9) sowie Lebensgefährte Patrick Weissgrab (38), der selbst versuchte, zu löschen, eine vorübergehende Wohnung.
Von außen nicht zu sehen: Das Obergeschoss des Wohnhauses in Hohenleipisch ist total verrußt. Steffi Herrmann (29) sucht mit ihren Kindern Laura (1), Ben (4), Lukas (6) und Jonas (9) sowie Lebensgefährte Patrick Weissgrab (38), der selbst versuchte, zu löschen, eine vorübergehende Wohnung. FOTO: LR / Frank Claus

Das Familienzentrum Elsterwerda hat sofort geholfen, nachdem die RUNDSCHAU Steffi Herrmann am Dienstag noch zur Kleiderkammer fuhr. Die nötige Grundausstattung ist nun erst mal wieder vorhanden.

Auch die Firma ODW, wo der Lebensgefährte im Lagerbereich arbeitet, will helfen. „Wir stimmen das gerade mit den Personalverantwortlichen ab“, so Geschäftsführer Uwe Bucken. Bei Facebook ist Katrin Gröbe, Chefin des Sängerfestvereins, auf den Brand aufmerksam geworden. „So wie dort passiert ist, kann das sicher überall schnell geschehen. Ausgerechnet jetzt – vor Weihnachten und mit vier kleinen Kindern.“ Sie möchte die Gutscheine der Sängerfesttombola, die nicht abgeholt wurden, der Familie zukommen lassen. „Da sind Bekleidungs- und Schuhgutscheine darunter“, sagt sie. „Und aus meinem Geschäft gebe ich was zu Gardinen oder Bekleidung dazu, wenn die Familie wieder eine Wohnung hat. Hoffentlich klappt das noch vor Weihnachten.“

Der Vermieter des Wohnhauses erklärt gegenüber der LR, dass am Freitag der Gutachter komme und den Schaden aufnehme. Erst danach könne entschieden werden, wie es weitergeht. Zwischenzeitlich kommen auf die Familie sicher zwei Mieten zu.