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| 17:39 Uhr

Vieles neu beim Abfall in Elbe-Elster und OSL-Süden
Mehr Strom aus Küche und Garten

Dort landet auch der Abfall aus Elbe-Elster: Auf dem Gelände der Müllsortierung in Freienhufen (OSL) sind Millioneninvestitionen geplant. Die mechanisch-biologische Restabfallsortierung weicht der groß angelegten Kompostierung von Bioabfällen. Die Biogaserzeugung bleibt. Kreistagsabgeordnete aus Elbe-Elster haben sich die aktuelle Anlage mit den Vergärungsbehältern und der Biogasblase angesehen. Diese Behandlungsstufe muss nicht erweitert werden.
Dort landet auch der Abfall aus Elbe-Elster: Auf dem Gelände der Müllsortierung in Freienhufen (OSL) sind Millioneninvestitionen geplant. Die mechanisch-biologische Restabfallsortierung weicht der groß angelegten Kompostierung von Bioabfällen. Die Biogaserzeugung bleibt. Kreistagsabgeordnete aus Elbe-Elster haben sich die aktuelle Anlage mit den Vergärungsbehältern und der Biogasblase angesehen. Diese Behandlungsstufe muss nicht erweitert werden. FOTO: LR / Manfred Feller
Elbe-Elster/Freienhufen. Abfallentsorgungsverband will Millionen in neue Verwertung von Bioabfällen in Freienhufen stecken. Von Manfred Feller

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz schreibt es vor: Die Abfallentsorgungsverbände müssen mehr Bioabfälle einsammeln und verwerten. 35 Kilogramm je Einwohner und Jahr sind vorgeschrieben.

Nach der gelungenen langen Testphase in der Gemeinde Schipkau und in der Stadt Großräschen mit insgesamt etwa 15 000 Einwohnern und rund 2000 ausgegebenen schwarzen Biotonnen mit dem braunen Deckel bleibt es beim Abfallentsorgungsverband (AEV) „Schwarze Elster“ mit Sitz in Lauchhammer bei der Freiwilligkeit. Der Biobehälter wird auf Bestellung der Vermieter und Haushalte 2019 flächendeckend im Verbandsgebiet eingeführt. Fast jeder zweite Haushalt wünscht die Biotonne.

Damit könnten die gesetzlichen Forderungen nach der Mindestmenge sehr wahrscheinlich erfüllt werden.  Die Freiwilligkeit hat nach Auskunft von Dr. Bernd Dutschmann, Vorsteher des Abfallentsorgungsverbandes, einen gravierenden Vorteil. Die Qualität des Bioabfalls sei beinahe unschlagbar gut. Denn der Anteil der Fremdstoffe liege im sehr niedrigen einstelligen Prozentbereich. Dort, wo Haushalte zum Sammeln gezwungen würden, das zeigen andere Verbände bundesweit, steigen der Müllanteil und damit die Kosten und Gebühren.

Mit den ab 2019 anwachsenden Biomengen wird die vorhandene Mechanisch-Biologische Abfallbehandlungsanlage (MBA) in Freienhufen (OSL) nicht mehr fertig. Der Verband will eine zum Schutz des bewohnten Umfeldes komplett eingehauste Kompostierungsanlage samt Rotteboxen und Wertstoffhof errichten. Dies soll auf seinem 18 000 Quadratmeter großen Grundstück gleich neben der MBA im Freienhufener Industrie- und Gewerbegebiet „Sonne“ erfolgen.

Der Bauausschuss der Stadt Großräschen habe die Ausnahme von der Veränderungssperre bereits empfohlen. An diesem Mittwoch entscheiden die Stadtverordneten darüber, ob aus kommunaler Sicht gebaut werden darf. Falls die Abgeordneten grünes Licht geben sollten, liege es am Landesamt für Umwelt, die Genehmigung zum Bau und Betrieb der Anlagen zu erteilen.

Vorsorglich, um im positiven Fall keine Zeit zu verlieren, möchte die AEV-Verbandsversammlung am 27. Juni in Lauchhammer in öffentlicher Sitzung die Ausschreibung zum Bau der Kompostierungsanlage beschließen. Einschließlich der damit zusammenhängenden Investitionen gehe es um mehrere Millionen Euro.

Nach dem erhofften Segen des Landesamtes könnte das Projekt zügig ausgeschrieben werden. „Unser Ziel wäre ein Baustart noch in diesem Jahr, damit die Anlage etwa Mitte 2019 in Betrieb gehen kann“, benennt Dr. Bernd Dutschmann den für den Verband idealen Zeitrahmen. Der Restmüll wandere ab diesem Zeitpunkt nicht über die vor zwölf Jahren mit Millionenaufwand aufgebaute mechanische Sortierung, sondern direkt in die Verbrennungsöfen des Kraftwerkes „Sonne“ gleich gegenüber.

Die vorhandenen Sortieranlagen werden weiterhin für die wachsenden Mengen Bioabfall genutzt. „Die Mechanik muss jedoch verändert werden“, geht der Vorsteher von einem vertretbaren Aufwand aus. Absehbar nicht vergrößert werden müsse der Bereich Vergärung mit den großen Behältern sowie die Stromerzeugung. Aus dem gewonnenen Biogas, das in einer 340 Kubikmeter fassenden Gasblase gesammelt wird, werden bereits heute jährlich bis zu 1,2 Millionen Kilowattstunden Elektroenergie erzeugt und in das öffentliche Netz eingespeist. Daraus holt sich die MBA wieder den Strom für den eigenen Bedarf. Ein eigener Speicher wäre zu teuer. Mit dem aktuell erzeugten Biogas könnte ein großes Dorf komplett versorgt werden.

Die derzeitige Abfallsortierung ist für 50 000 Jahrestonnen (einschließlich der Reserve für ausfallende Anlagen anderer Verbände) ausgelegt. Beschickt wird sie aber nur mit 27 000 Tonnen Restabfall und mit rund 10 000 Tonnen zerkleinertem Sperrmüll bei steigender Tendenz trotz sinkender Bevölkerungszahl. Das Verbandsgebiet mit Elbe-Elster und dem OSL-Süden zählt noch ungefähr 180 000 Einwohner.

Der Sperrmüll wird auch in Zukunft mechanisch sortiert, um Holz und Metalle zu separieren. Aus dem Restabfall wurden bislang jährlich bis zu 15 000 Tonnen Bioabfall gewonnen, der vergärt wird. In Zukunft wird die Biomenge aus den Haushalten und Gärten deutlich ansteigen. Damit wachsen auch Biogasgewinnung und Stromerzeugung. Zusätzlich wird Kompost gewonnen.