Genau genommen sind es drei, die so im Jeansrock bekleidet auftreten. Geschäftsinhaberin Martina Witschel lacht und sagt: “Ja, ja wir sind die Minirock-Fleischerei.„ Der Rock ist tägliche Dienstbekleidung. Darauf hat sie sich mit ihren zwei Mitarbeiterinnen Jacqueline Bliedtner und Karina Dietrich irgendwann einmal geeinigt. “Uns Dreien gefiel das Outfit.„ Ansonsten ist die Fleischerei Beyer, die noch den Namen der Eltern trägt, so etwas wie der Tante-Emma-Laden im Ort. Von Backwaren bis Kaffee, von Säften bis zur Margarine, hier gibt es das Notwendigste zu kaufen. Und vor allem natürlich Wurst- und Fleischwaren, obwohl nicht mehr selbst produziert wird. “Wir bekommen täglich frische Ware und bereiten sie auf„, so die Chefin, die froh ist, dass ihre Mutter Ursula immer noch aushilft. Und sie weiß, dass es vor allem die Lage an der Durchgangsstraße zur Autobahn ist, die viele Kraftfahrer bei ihr anhalten lässt. “Für unsere Schnitzelbrötchen sind wir berühmt„, weiß die Chefin, und erzählt, dass Insider längst wissen, dass es dienstags Hausschlachtenes und am Mittwoch Gebackenes aus der Röhre gibt.

Und wie ist das mit der Informationszentrale im Ort? Martina Witschel wird nachdenklich. “Nein, so wie früher ist es nicht mehr. Die Leute sind verschlossener geworden. Es wird nicht mehr so viel erzählt.„ Und dennoch bleibt ihr Geschäft einer der Treffpunkte im Ort. Die Gaststätte, das Café, Sportplatz und Feuerwehrdepot sind ebenfalls Drehscheibe für die Neuigkeiten im Dorf. Martina Witschel jedenfalls möchte ihren Ort, die Einwohner und ihr Geschäft nicht missen.