Die RUNDSCHAU fragte bei Hubertus Kraut, Leiter des Amtes für Forstwirtschaft in Doberlug-Kirchhain, nach.

Herr Kraut, sind die Auswirkungen der Hitzeperiode auf die Pflanzenbestände in den Wäldern des Landkreises schon auszumachen„
Zu den allgemeinen Ausfällen kann ich Ihnen momentan noch keine genaue Auskunft geben, da erst Anfang Herbst die Auswirkungen sichtbar werden. Teilweise ist der Schädigungsgrad der Kulturen auch standortabhängig, Pflanzen in Grundwassernähe werden nicht so betroffen sein, wie die in absoluter Trockenheit.

Gibt es auch Unterschiede bei den Baumkulturen“
Mit größeren Schäden ist gerade bei Laubholzkulturen zu rechnen. Kiefern als „Pionierbaumart“ kommen da mit den Temperaturen und der Trockenheit leichter zurecht.

Sind die Jungpflanzenbestände in den Wäldern betroffen„
Vor allem bei den Jungpflanzenbeständen dieses Jahres wird sich die lange Hitzeperiode bemerkbar machen, da die jungen Pflanzen kaum Zeit hatten, sich an die neuen Standortbegebenheiten zu gewöhnen.

Was wird unternommen, um die Schäden in Grenzen zu halten“
Wir können natürlich nicht mit der Gießkanne durch die Wälder laufen und die Bäume wässern. Daher warten wir dringend auf Regen.

Thema Waldbrand: Sind die Bestände in den Wäldern zusätzlich durch Brände gefährdet?
Zu unserem Amtsbereich gehören der EE-Kreis, der Altkreis Senftenberg sowie der südliche OSL-Kreis. Insgesamt sind das 110 000 Hektar Wald. Im gesamten Gebiet haben wir zurzeit Waldbrandwarnstufe IV - wenn es eine V gäbe, dann hätten wir die. Bisher gab es 140 kleinere Brände, die ungefähr 70 Hektar zerstört haben. Dank der guten Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und der besseren Zugänglichkeit der Wälder wurden größere Schäden vermieden.

Es fragte STEFANIE KELLER.