Diese habe die Verbandsversammlung, die Stadtverordneten, ihre Kommissionen und die Kommunalaufsicht bereits im Frühjahr 2007 davon in Kenntnis gesetzt, dass die Investitionsrechnungen des damaligen Verbandsvorstehers grundsätzlich falsch und nicht professionell ermittelt worden seien. Die bis 2007 aufgelaufenen künftigen Kosten für Ersatzinvestitionen des Verbandes im Verbandsgebiet im Investitionszeitraum werden von der Bürgerinitiative selbst auf 48 Millionen Euro geschätzt. Das sei keine Überraschung, wie Urwank schreibt.

“Da vom Planer bereits detaillierte Angaben zu den Ersatzinvestitionen (Lebensdauer der Wirtschaftsgüter) gemacht werden, ist der WAV durchaus in der Lage diese künftigen Ausgaben zu planen„, so Urwank. “Es war bekannt, dass der Jahresabschluss des WAV im Jahr 2005 bereits 43,56 Millionen Euro Verbindlichkeiten auswies und dass der Verband daher ohne Gebührenerhöhungen durch die Ersatzinvestitionen auf Schulden in Höhe von über 90 Millionen Euro im Planungszeitraum zusteuert, unter der Voraussetzung, dass keine neuen Schulden hinzukommen.„

Die Bürgerinitiative wirft dem WAV jetzt auch vor, eine Wirtschaftlichkeitsrechnung für den Anschluss Kraupas auf Basis “geschönter Eingangsdaten„ veranlasst zu haben, “...beispielsweise wurde ein Zinssatz verwendet, der prinzipiell nicht erreichbar war.„

Die Kommunalaufsicht im Landkreis Elbe-Elster, so Urwanks Kritik, habe allerdings bislang die von der Bürgerinitiative beantragte Prüfung der Frage, “wie viele der bereits durchgeführten Millioneninvestitionen schon mit der falschen Wirtschaftlichkeitsrechnung begründet wurden„, bis heute unbeantwortet gelassen.

Darauf zu hoffen, dass nach dem Solidarprinzip im Verband die entstehenden “Fehlbeträge„ durch Überschüsse bei anderen Investitionsmaßnahmen ausgeglichen werden könnten, wie Landrat Christian Jaszinski (CDU) es formuliert habe, hält Peter Urwank für abwegig: “Angesichts der katastrophalen Lage des WAV erübrigt sich zu den Überschüssen jeder Kommentar.

In der gegebenen Situation hätten die Investitionen gestoppt werden müssen, bis die Wirtschaftlichkeitsrechnungen mit den durch die Kommunalaufsicht geprüften Eingangsdaten wiederholt waren, um wirtschaftlichen Schaden von den Bürgern des Verbandsgebietes abzuwenden.„

Nach eigener Aussage hat die Bürgerinitiative Kraupa auch das Innenministerium, das Umweltministerium, das Finanzministerium und den Landesrechnungshof in Kenntnis von ihren Bedenken in Bezug auf die Wirtschaftlichkeitsrechnung des Verbandes gesetzt.