Von Frank Claus

 Schon vor der Kommunalwahl zündelte in Möglenz das Feuer auf kleiner Flamme. Die erfolgreich agierende Ortsvorsteherin Elke Hainke  – eine große Mehrheit der Einwohner bestätigt ihr, dass sie in den vergangenen zehn Jahren den Bad Liebenwerdaer Ortsteil erheblich vorangebracht hat – hatte hingeschmissen und nicht mehr kandidiert. Über die Gründe wolle sie sich in der Öffentlichkeit nicht äußern. Durchgesickert ist, dass Querelen mit der Kindertagesstätte und auch der Feuerwehr Auslöser gewesen seien.

Für den Ortsbeirat hatten Dieter Uwe Kohlhoff (205 Stimmen), Hagen Hentschel (173) und Roland Jost (145) kandidiert. Als ausgemacht galt, dass Hagen Hentschel Ortsvorsteher werden sollte. Doch der will nun auch nicht mehr. Ausgangspunkt ist ein Plakat, das an der Bushaltestelle befestigt worden war und ihn als „Kasper“ bezeichnete. Was ihn allerdings mehr ärgert, so erklärt er, dass Dieter Kohlhoff dieses Plakat gesehen, es aber weder abgenommen noch ihn informiert habe. „Mein Vertrauensverhältnis ist zerstört, wie soll ich mit ihm zusammenarbeiten“, erklärt Hagen Hentschel und meint, dass Dieter Kohlhoff ohnehin nur die Interessen des Sportvereins, dessen Vorsitzender er ist, und nicht des ganzen Dorfes im Blick habe. Dieter Kohlhoff sagt: „Ich habe das Plakat nicht so hochgehangen, das ist für mich Kinderkram. Wer Politik machen will, muss auch was abhaben können.“ Die Position von Hagen Hentschel zu seiner Arbeit im Sportverein könne er so nicht stehenlassen. Der Verein bewege viel im Ort, sei einer der Anker.

Aber, auch das räumt er ein: „Ich weiß, dass auch ich nicht ganz einfach bin.“ Eine Zusammenarbeit mit Hagen Hentschel habe er sich dennoch vorstellen können, zumal der ja auch viele Stimmen im Ort erhalten und damit Vertrauen der Bürger genieße. Aus Frust über diese Entwicklungen im Dorf hat nun auch Roland Jost hingeschmissen. Der hatte das „verleumderische Plakat“, wie Hagen Hentschel sagt, auch gesehen und die noch amtierende Ortsvorsteherin informiert. Dieter Kohlhoff: „Das ist wirklich sehr schade, Roland hätte Vermittler zwischen uns nicht ganz einfachen Männern sein können.“

Und wie nun weiter in Möglenz? Elke Hainke wolle das Dorf nicht den Bach runtergehen lassen und habe eine Nachwahl beantragt, sagt aber klar: „Ich kandidiere nicht mehr.“

Am Mittwoch, 19. Juni, hat sie um 19 Uhr die Bürgerinnen und Bürger in die Gaststätte eingeladen. Eine Zwangsverwaltung wolle sie verhindern, deshalb müsse es gelingen, einen Ortsbeirat zu wählen und einen Ortsvorsteher zu bestimmen. Die Nachwahl, so Wahlleiterin Bärbel Ziehlke, könne frühestens am 13. Oktober stattfinden. Hagen Hentschel hat zumindest noch nicht ganz ausgeschlossen, dass er wieder kandidiert.