Es geht in dem Stück um die Entwicklung junger Menschen, um das Finden des eigenen Lebensweges - wer könnte darüber authentischer berichten, als junge Erwachsene, die gerade mit genau diesem Thema beschäftigt sind?

Derzeit laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. In den letzten Proben bekommt das Stück mit dem Namen "Alternativen" derzeit seinen letzten Schliff, wie Daniel Hübner (23), Kopf des Theatervereins "Junges Blut BaLi", erklärt. Er hat das Stück selbst geschrieben und dazu jede Menge recherchiert.

Input sammelte er etwa beim Lesen der "Shell-Studie" zur Lebenswelt junger Menschen und anderen Untersuchungen, die quasi die soziologische Grundlage für das Theaterstück lieferten. Hinzu kommt der subjektive Blick, den er und seine Mitstreiter auf das Thema haben. "Jeder Mitwirkende hat seine Figur selbst entworfen", erzählt er. "Es sind alles Figuren aus unserer persönlichen Erfahrungswelt."

Ausgangspunkt sei die Frage gewesen, wie junge Menschen leben, welche Lebensentwürfe sie haben, schildert Daniel Hübner. "Speziell sollte es um junge Menschen aus Ostdeutschland gehen, denn nach unseren Erfahrungen gibt es noch immer Unterschiede zwischen Ost und West." Doch die Ideen wandelten sich, mehr und mehr nahm die Frage, wie und warum sich junge Erwachsene für einen bestimmten Lebensweg entscheiden, größeren Raum ein. "Zentrale Figur ist ein junger Mensch, dem eigentlich alle Möglichkeiten offenstehen, der aber das Gefühl hat, dass das alles nicht das Richtige ist", verrät der Autor des Stücks. Wie die Zweifel überwunden werden können, dafür liefert das Stück einen Lösungsvorschlag.

"Es gibt ernste, aber auch groteske und humorvolle Szenen", verspricht Daniel Hübner, der das Stück als "experimentelle Form des Laientheaters" bezeichnet. Theaterszenen verschmelzen mit Filmsequenzen, neben der Hauptbühne werden Bühnenelemente in den Zuschauerraum hineinragen und zu einer besonderen Atmosphäre beitragen. Ob und wie das erste komplett eigene Stück beim Publikum ankommt, erwarten die jungen Laiendarsteller, die einst im Kurs "Darstellendes Spiel" am Echtermeyer-Gymnasium in Bad Liebenwerda ihr Rüstzeug erhielten, mit Spannung. Umso mehr, als sich in den letzten Proben das Stück weiterentwickelt und seine endgültige Form findet. "Der Zuschauer behält eine Interpretationsmöglichkeit", erklärt Daniel Hübner. "Ich hoffe, dass es rüberkommt, was wir ausdrücken möchten."

Das Stück "Alternativen" erlebt am 10. September im Bürgerhaus Bad Liebenwerda ab 19 Uhr seine Premiere. Der Eintritt kostet vier Euro.