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| 12:51 Uhr

Geschafft: 92 Abiturienten am Elsterschloss in Elsterwerda
„Feiern Sie  – und wagen dann was Neues!“

Zeugnisausgabe und Bekränzung am Elsterschloss-Gymnasium Elsterwerda FOTO: VRS
Elsterwerda. Da ist er wieder, dieser besondere Moment am Elsterschloss-Gymnasium in Elsterwerda: Zeugnisausgabe, Bekränzung, Rundgang unter den Klängen von Verdis Triumphmarsch. Und doch ist etwas anders in diesem Jahr. Von Frank Claus

Mit 120 Schülerinnen und Schülern hat dieser Abiturjahrgang in Klasse 7 begonnen. 27 verließen aus verschiedenen Gründen innerhalb der letzten sechs Jahre die Schule. 92 Zwölftklässler haben am Freitag in der Elbe-Elster-Halle ihre Zeugnisse über die Hochschulreife erhalten.

Zum guten Jahrgangsdurchschnitt von 2,3 trugen insbesondere 29 Absolventen bei, die mit 2,0 und besser abschlossen. Davon erreichten zehn die Note 1,5 und besser und davon fünf  – Lea-Marie Lorenz, Jasmin Malle, Annika Helene Meusel, Leonie und Sophie Schulze – die Traumnote 1,0. Soweit zur Statistik.

Wesentlich emotionaler wird es, als Schulleiter Martin Goebel und Landrat Christian Heinrich-Jaschinski das Wort ergreifen. Der Schulleiter berichtet von einem gesellschaftlich sehr engagierten Jahrgang, erzählt von Aktivitäten, die die Erfolgsgeschichte des Elsterschloss-Gymnasiums fortschreiben und lässt spüren, dass Jugend von Heute politisch aufgeschlossen ist: „Wichtig ist, dass wir uns überhaupt interessieren und informieren, dass wir uns  – wodurch auch immer  – nicht in Politikverdrossenheit treiben lassen. Viel sinnvoller als zu schimpfen und Pessimismus zu verbreiten ist die eigene Beteiligung“, sagt der Schulleiter, meint, dass dies die Teilnahme an Demonstrationen sein könne, „am besten außerhalb der Unterrichtszeit“ und fordert den Jahrgang auf, am 1. September unbedingt an der Landtagswahl teilzunehmen.

Mit herzlichen Worten dankt er den Eltern und Lehrern und verabschiedet den Jahrgang: „In dem Schloss mit bezauberndem Umfeld haben Sie alle, liebe Töchter und Söhne, einige Jahre zugebracht. Und es ist jetzt wirklich Zeit, dass Sie fortgehen. Keiner will Sie loswerden. Aber das Gold, das von den Sternen fällt, landet nicht in Ihrem Schoß, auch nicht im Schlossgarten. Gehen Sie raus und suchen Sie es. Stellen Sie sich den Anforderungen der weiten Welt und lassen Sie sich niemals entmutigen, auch wenn Sie nicht gleich Gold finden. Noch viel wichtiger ist, dass Sie erkennen, welchen Wert Gefundenes besitzt. Es ist nicht alles Gold was glänzt. Aber es ist auch nicht immer gleich erkennbar, welcher Wert in manch unscheinbarer Verpackung steckt.“

Auch Landrat Christian Heinrich-Jaschinski nimmt Bezug auf das gesellschaftliche Klima im Land: „Streitkultur will gelernt sein. Nur gibt es dafür eben leider keine wirksame Prüfungsvorbereitung, kein Zertifikat, mit dem man absichern könnte: Jetzt sind Sie ein guter Demokrat! Unbenommen: Bildungsträger aller Art versuchen immer wieder, Sachkenntnis und Lust auf politische Teilhabe zu verbreiten. Aber im Alltag erleben wir oft das genaue Gegenteil: Hassparolen auf den Straßen oder in den sozialen Medien. Egotrips, die nur noch die eigene Meinung, das eigene Weltbild zulassen.“ Und er wünscht den jungen Leuten: „Feiern Sie heute bis tief in die Nacht hinein“, um nach diesem Lebensabschnitt neu zu starten: „Sich etwas Neues zutrauen, etwas Schwieriges wagen, vielleicht sogar ein Risiko eingehen, weil Sie erfahren genug sind, dieses Risiko zu kalkulieren. Nur so kommt Exzellenz, nur so kommt Innovation in die Welt. Großartiges entsteht ja nicht, wenn wir es gerade bequem haben. Großartiges entsteht aus Anstrengung, aus Zweifel, manchmal auch aus vorläufigem Scheitern.“

 Geschafft! 92 Schülerinnen und Schüler halten ihr Abiturzeugnis in den Händen, werden feierlich bekränzt und gehen nun hinaus in die Welt.
Geschafft! 92 Schülerinnen und Schüler halten ihr Abiturzeugnis in den Händen, werden feierlich bekränzt und gehen nun hinaus in die Welt. FOTO: VRS