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| 12:58 Uhr

Zuchterfolge
37 Aussteller wetteifern bei der Rassekaninchen-Kreisschau

Ruth Hänel aus Schlieben war die erste Züchterin in Brandenburg, die die Rasse Zwergwidder lohfarbig schwarz züchtete. Ihr Schliebener Verein belegte bei der Kreisschau den ersten Platz.
Ruth Hänel aus Schlieben war die erste Züchterin in Brandenburg, die die Rasse Zwergwidder lohfarbig schwarz züchtete. Ihr Schliebener Verein belegte bei der Kreisschau den ersten Platz. FOTO: Mirko Sattler
Stolzenhain. Krankheiten der Tiere machen den Züchtern zu schaffen. Mit nur 205 ausgestellten Tieren haben sie eine Untergrenze erreicht. Von Mirko Sattler

Traditionell zeigen im Herbst die Aussteller ihre Zuchtergebnisse und ringen mit ihren Tieren im fairen Wettstreit um die ausgelobten Trophäen. Die Kaninchenzüchter genießen nicht nur im Elbe-Elster-Land ein hohes Ansehen. Zum nunmehr 25. Mal wird im Elbe-Elster-Vergleich der Landkreissieger ermittelt. Zugleich gibt die Kreisschau allen Kaninchenzüchtern und Ausstellern die Gelegenheit, in einen Meinungs- und Erfahrungsaustausch zu treten.

Mit nur 205 ausgestellten Tieren ist die Schau an ihre bisher unterste Grenze geraten. „Normalerweise haben wir immer so 320 bis 350 Tiere in der Schau. Aber die Krankheiten RHD II, Myxematose und  Kozidose  machen sich nun bemerkbar. Ein weiterer Grund für den Rückgang an Tieren ist der fehlende Züchternachwuchs. Momentan haben wir einen Altersdurchschnitt von 70 Jahren“, weiß Frank Böhmig, der Vorsitzende des ausrichtenden Kleintierzuchtverein Prösen e.V.

37 Aussteller aus dem gesamten Elbe-Elster-Kreis sowie den angrenzenden Landkreisen in Brandenburg und Sachsen stellen ihre Tiere in der Ausstellungshalle der Gaststätte „Röderschenke“ aus. Unter ihnen auch der Jungzüchter Marcel Schöne. „Mit der Zucht meiner Alaskakaninchen habe ich erst vor anderthalb Jahren angefangen.“, so der 31jährige Züchter. Früher zogen Fußball und Fitness. Mit der Geburt seines Kindes hat der frisch gebackene Familienvater nun mehr Zeit für die Zucht seiner Kaninchen. „Für meine 18 Tiere, die ich im Stall zu stehen habe benötige ich mit Ausmisten, Pflege und Füttern etwa sechs Stunden in der Woche“, so der Reichenhainer weiter. Angefangen hat er durch die Übernahme von drei Jungtieren (zwei Häsinnen und einen Rammler) von einem Züchter, der verstorben ist. Stolz ist er auf die errungenen Preise für die acht ausgestellten Tiere. Mit einem Vereinspreis und einem Ehrenpreis errang jede Sammlung (vier Tiere) eine Anerkennung.
Seit ihrem 10. Lebensjahr hat Ruth Hänel etwas mit Kaninchen zu tun. Mehrmals wechselte die heutige Vereinsvorsitzende des Kleintierzuchtvereins Schlieben ihre Rasse, bis sie vor vier Jahren auf die Zwergwidder lohfarbig schwarz gekommen ist. „Bei einer Ausstellung in den alten Bundesländern habe ich mal mit einem bekannten Zuchtfreund über diese Rasse gesprochen. Kurze Zeit später brachte mir ein anderer Züchter, der ebenfalls, meinen Bekannten kannte, für mich zwei Häsinnen dieser Rasse mit“, verriet die heute 58jährige Züchterin. Glücklicherweise waren ihre beiden Geschenke schon zugelassen, so dass sie sofort mit der Zucht beginnen konnte und sich erst einige Zeit später um einen geeigneten Rammler kümmern musste. Ruth Hänel aus Schlieben war die erste Züchterin in Brandenburg, die die Rasse Zwergwidder lohfarbig schwarz züchtete. Mittlerweile gibt es insgesamt sechs Züchter, die sich um diese Rasse kümmern. Ihre Zucht, sagt sie, bringt sie wieder runter von ihrem stressigen Alltag.