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| 06:53 Uhr

Spektakuläre Silberhochzeit im Gummiboot
Plessaer bleiben an den Paddeln eine Macht

25. Schlauchbootrennen der Feuerwehren in Bad Liebenwerda FOTO: VRS
Bad Liebenwerda. Beim 25. Schlauchbootrennen am Samstag auf der Schwarzen Elster in Bad Liebenwerda setzt sich Vorjahressieger Plessa erneut die Krone auf. Im „Verbandsgemeinde-Tanker“ lassen die Bürgermeister einen gemeinsamen Kurs vermissen.

Was für ein Spektakel! Mit silbernen Brautpaaren, einem Trupp Einhörnern und einer echten Piratenmannschaft, mit 22 Männermannschaften, fünf Frauenteams und zwei Promi-Rennen ist das 25. Jubiläums- Schlauchbootrennen am Samstag über die Wellen der Schwarzen Elster in Bad Liebenwerda geschippert.

Schon lange vor dem letzten Finallauf stand diesmal fest: Die Siegtrophäe wird nach Plessa gehen. Wie war das möglich? Plessa war diesmal strategisch geschickt mit zwei Mannschaften angereist und die hatten offensichtlich im Vorfeld auch noch ausgiebig trainiert. So standen sich letztlich Plessa I gegen Plessa II in den Final-Startbahnen gegenüber. Das Siegerteam sahnte auch noch bei der besten Sprintzeit mit 01:06,02 Minuten den Pokal und das von der LAUSITZER RUNDSCHAU gestiftete 30-Liter-Bierfass ab.

Und fast schon selbstverständlich ging auch noch der Pokal in der Kostümwertung an Plessa I. Die Truppe hatte einfach Karnevalskostüme des PCC passend zum 25. Schlauchbootjubiläum aus der Mottenkiste gekramt. Entsprechend der Schlauchbootrennen-Silberhochzeit war jeder Seemann als halb Mann, halb Frau gekleidet. Im Eifer des Gefechts gingen Teile der Kostüme verloren. Einige Hüte sind gegenwärtig wohl auf dem (See)-Weg nach Hamburg.

Ein Trupp Einhörner aus Kosilenzien landete in der Kostümwertung auf Platz drei. Dieser vordere Platz war allerdings hart erkauft, denn sportlich reichte die Einhorn-Leistung nur für die Rote Laterne. „Wir sind zwar auf dem letzten Platz, dafür sehen wir aber gut aus“, kommentierte Lisa Linge die Szenerie. Im martialischen Outfit dagegen sind die Frauen aus Kröbeln als Seeräubermannschaft an den Start gegangen, wofür es den 2. Platz gab.

 Ein Trupp Einhörner aus Kosilenzien landete in der Kostümwertung auf Platz drei. Dieser vordere Platz war allerdings hart erkauft, denn sportlich reichte die Einhorn-Leistung nur für die Rote Laterne.
Ein Trupp Einhörner aus Kosilenzien landete in der Kostümwertung auf Platz drei. Dieser vordere Platz war allerdings hart erkauft, denn sportlich reichte die Einhorn-Leistung nur für die Rote Laterne. FOTO: VRS

Der Olympische Gedanke und vor allem Teamgeist waren im Team der Verbandsgemeinde gefragt. Bei einem der Höhepunkte des Renntages, beim Promi-Rennen, saßen die Bürgermeister Hannelore Brendel (Mühlberg), Herold Quick (Falkenberg), Thomas Richter (Bad Liebenwerda) und Andreas Claus (Uebigau-Wahrenbrück) in einem Boot. Die Gegner, Mitarbeiterinnen der Melanchthon-Apotheke, hatten sich optisch als „gedopt“ geoutet. „Wir sind nicht die Schnellsten, aber die Lustigsten“, kommentierte Kurstadt-Bürgermeister Thomas Richter das Ergebnis. „Wichtig ist, wir sitzen alle in einem Boot und wir wollen auch gemeinsam wieder ankommen“, erklärte Mühlbergs Stadtoberhaupt Hannelore Brendel das gemeinsame Vorhaben.

Optisch war das Rennen ein Genuss: Beide Teams stießen mehrmals zusammen. Dadurch wurden über die Absperrung hinweg unbeabsichtigt die Rennstrecken vertauscht. Durch den praktizierten Zick-Zack-Kurs verdoppelte sich für beide Mannschaften der zurückgelegte Weg. In einer scharfen Kurve fiel Mühlbergs Bürgermeisterin fast aus dem Boot. An der Ziellinie erwartete die beiden Mannschaften dann ein Sektempfang, der sich dank Bürgermeister Thomas Richter zu einer Sektdusche entwickelte.

 Volle Konzentration vor dem Promi-Rennen mit den Verwaltungschefs der künftigen Verbandsgemeinde.
Volle Konzentration vor dem Promi-Rennen mit den Verwaltungschefs der künftigen Verbandsgemeinde. FOTO: VRS

Und sonst so? In Reichenhain werden zeitnah Köpfe rollen! Während der Nachbarort Stolzenhain schon mehrmals das Rennen gewonnen hat, erntete das gemischte Team der Reichenhainer bei seiner ersten Teilnahme die Rote Laterne.

Anlässlich des 25. Jubiläums wurde noch einmal die Zusammenarbeit zwischen Freiwilliger Feuerwehr Bad Liebenwerda und dem Feuerwehrverein der Kurstadt mit gekreuzten Paddeln gewürdigt. Ohne die gäbe es kein Schlauchbootrennen, so Karl Schlegel. Dietmar Hönicke ließ noch einmal die Startphase des Rennens vor 26 Jahren Revue passieren. Man habe zunächst über eine Feuerwehrveranstaltung aus Tauziehen oder Sackhüpfen debattiert. Daraus sei das Schlauchbootrennen entstanden. Auch wenn manchmal nicht alles geklappt habe, der Zusammenhalt sei geblieben, so Hönicke. Trotz manchmal eisiger Temperaturen, Hitzerennen mit minimalem Pegel, sogar ohne Wäldchenbrücke, als die im Bau war und trotz Nahkampf mit Umweltschützern habe das Schlauchbootrennen Witterung und Geschichte bis heute überstanden.

Übrigens: Mit einer in Kröbeln penibel geführten Feuerwehrchronik konnten die Floriansjünger von dort die diesjährige Wettkampffrage knacken: „Wer war Gewinner des ersten Schlauchbootrennens?“ Martinskirchen war der erste Gewinner in der Geschichte des Rennens, so die richtige Antwort.

 Anlässlich des 25. Jubiläums wurde noch einmal die Zusammenarbeit zwischen Freiwilliger Feuerwehr Bad Liebenwerda und dem Feuerwehrverein der Kurstadt mit gekreuzten Paddeln gewürdigt. Ohne die gäbe es kein Schlauchbootrennen, so Karl Schlegel.
Anlässlich des 25. Jubiläums wurde noch einmal die Zusammenarbeit zwischen Freiwilliger Feuerwehr Bad Liebenwerda und dem Feuerwehrverein der Kurstadt mit gekreuzten Paddeln gewürdigt. Ohne die gäbe es kein Schlauchbootrennen, so Karl Schlegel. FOTO: VRS
25. Schlauchbootrennen der Feuerwehren in Bad Liebenwerda FOTO: VRS
(vrs)