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| 18:03 Uhr

Bad Liebenwerdas größter Vermieter 25 Jahre am Markt
Bad Liebenwerda hegt sein Tafelsilber

25 Jahre Haus- und Grundbesitzgesellschaft mbH Bad Liebenwerda (HGB): Geschäftsführer Martin Ehring (Mitte) mit den Aufsichtsratsmitgliedern Eberhard Graeff, Harald Lax, Frank Prescher und Gerd Engelmann (von links). Es fehlt Mario Vogel.
25 Jahre Haus- und Grundbesitzgesellschaft mbH Bad Liebenwerda (HGB): Geschäftsführer Martin Ehring (Mitte) mit den Aufsichtsratsmitgliedern Eberhard Graeff, Harald Lax, Frank Prescher und Gerd Engelmann (von links). Es fehlt Mario Vogel. FOTO: LR / Frank Claus
Bad Liebenwerda. Bad Liebenwerdas größte Vermietgesellschaft – die Haus- und Grundbesitzgesellschaft mbH (HGB) – gibt es seit 25 Jahren. Das Jubiläum ist am Dienstag gefeiert worden. Von Frank Claus

Bürgermeister Thomas Richter (CDU) sagt im Grußwort der attraktiven Festbroschüre über die einhundertprozentige Tochter der Stadt: „Inzwischen ist unser städtisches Wohnungsunternehmen mehr als ein Vermieter – es ist aktiver Mitgestalter der städtebaulichen Entwicklung und damit ein zuverlässiger Partner der Verwaltung und Dienstleister für die Bürgerschaft.“

Geschäftsführer Martin Ehring belegt das mit mehreren Beispielen und würdigt besonders die Akteure der ersten Stunde, zu denen bei der Gründung im Jahr 1993 Klaus Manig und Gerd Engelmann, heute stellvertretender Bürgermeister und Kämmerer der Stadt, gehörten. Sie haben damals nicht wie einige andere Kommunen, den kommunalen Wohnungsbestand verscherbelt, sondern auch noch unternehmerisch kluge Entscheidungen getroffen. Durch den Verkauf von 15 Prozent kommunaler Wohnungen haben sie nicht nur schnell die Auflagen erfüllt, um von Einzahlungen in den Altschuldentilgungsfonds entlastet zu werden. Sie haben damit auch entscheidende Grundlagen für die Liquidität der HGB und der Tochtergesellschaft, der IGB Ingenieurgesellschaft für Bauwesen und Grundstücksverwaltung, gelegt.

Heute bewirtschaften HGB und IGB 1000 Wohn- und Gewerbeeinheiten sowie 350 sonstige Liegenschaften (Garagen, Stellplätze, etc.) in Bad Liebenwerda, Elsterwerda, Uebigau-Wahrenbrück und in zahlreichen Dörfern. Die HGB selbst hat davon 600 Wohnungen und 34 Gewerbeeinheiten in ihrer Regie. Etwa 20 Prozent der Einwohner der Kernstadt Bad Liebenwerda wohnen heute in Wohnungen der HGB. Der Wohnungsleerstand beträgt zehn Prozent, im Grunde genommen aber nur sieben, „denn drei Prozent der Wohnungen wollen wir wegen ihres desolaten Zustands ganz herauslösen“, so der Geschäftsführer.

Im Jahr 2003 blühten die Träume vom Feriendorf. Als das Foto entstand, glaubten viele an den Spatenstich. Doch das Projekt scheiterte. 
Im Jahr 2003 blühten die Träume vom Feriendorf. Als das Foto entstand, glaubten viele an den Spatenstich. Doch das Projekt scheiterte.  FOTO: Frank Hilbert

In Modernisierung und Instandhaltung  werden jährlich etwa 380 000 Euro investiert, seit 2010 sind darüber hinaus sechs Millionen Euro in umfangreiche Bau- und Sanierungsmaßnahmen geflossen. Vorzeigebeispiele sind die zwei Wohnblöcke in der Lessingstraße, das Wohn- und Geschäftshaus in der Mittelstraße, die Reiss-Häuser in der Mittelstraße und das sanierte Mehrfamilienhaus in der Torgauer Straße. Die HGB hat zum ersten Mal in ihrer Geschichte im Jahr 2017 in der Feldstraße ein Wohngebiet erschlossen. So erfolgreich, dass alle Parzellen bereits vergeben sind. Weitere Sanierungen von Wohnungen in der Schillerstraße sowie die Revitalisierung des Bahnhofsgebäudes hat die Gesellschaft fest im Vorhabenplan.

Und welche städtische Vermietgesellschaft kann schon sagen, ein Feuerwehrdepot zu besitzen? Als der städtische Haushalt seinerzeit klamm war, ist die HGB eingesprungen und hat das Depot gebaut. Noch heute ist Geschäftsführer Martin Ehring des Lobes voll. „Die Mieter, also die Feuerwehrkameraden, sind top. Das Haus ist toll gepflegt.“

Nein, nicht alles ist in Regie von HGB und IGB gelungen. Das geplante Feriendorf- und Caravanprojekt am Wonnemar ist gescheitert, die KFD Kur- und Feriendorf Bad Liebenwerda GmbH 2010 in Liquidation gegangen. Doch weitaus mehr überragen die Erfolge. Die HGB ist für die Stadt heute sprichwörtlich das „Tafelsilber“. Haus des Gastes, neue Tourist Information, der bedarfsgerechte Umbau im Dichterviertel, überall hat die HGB maßgeblich „ihre Finger drin“. Martin Ehring sagt es vor versammelter Gästeschar. „Das alles geht nur, weil ich ein außergewöhnliches Team um mich habe.“ Und er scheint null Bock darauf zu haben, sich zurücklehnen zu wollen. Stichwort Digitalisierung, demografischer Wandel. „Wenn wir heute bauen und modernisieren, müssen wir uns zuerst die Frage beantworten, wie die Menschen in 50 Jahren wohnen werden und leben wollen.“

Der gleiche Wohnblock nach der Komplettmodernisierung im Jahr 2012. 1,3 Millionen Euro betrugen die Baukosten.
Der gleiche Wohnblock nach der Komplettmodernisierung im Jahr 2012. 1,3 Millionen Euro betrugen die Baukosten. FOTO: Frank Claus
Der Wohnblock 2a-c in der Lessingstraße im Jahr 1992.
Der Wohnblock 2a-c in der Lessingstraße im Jahr 1992. FOTO: LR / HGB