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| 16:20 Uhr

21. Internationales Puppentheaterfestival im Elbe-Elster-Land
Plappermaul Papageno fällt das Schweigen schwer

 Christiane Weidringer und Regisseur Harald Richter nach gelungener Aufführung mit ihrem Puppenarsenal.
Christiane Weidringer und Regisseur Harald Richter nach gelungener Aufführung mit ihrem Puppenarsenal. FOTO: Jürgen Weser
Elsterwerda. Das Langhaus im Elsterwerdaer Miniaturenpark als kultige Spielstätte für Puppentheaterfestival entdeckt. Von Jürgen Weser

Elsterwerda hat am Dienstagabend eine erfolgreiche Premiere erlebt. Zum ersten Mal präsentierte sich der Nachbau eines Fachwerkhauses im Miniaturenpark als Theaterspielstätte beim Puppentheaterfestival. Das kam beim Publikum bestens an. Bürgermeisterin Anja Heinrich freute sich, dass Elsterwerda mit den Spielstätten Kraupa und Miniaturenpark erfolgreich im Internationalen Puppentheaterfestival angekommen ist und über den Besuch des rbb, der für die Abendsendung „zibb“ live berichtete. Auch Miniaturparkbetreiber Frank Brunne freute sich über den Zuschauerzuspruch.

Der galt natürlich in erster Linie den Hauptdarstellern der „Zauberflöte – Sternstunde einer Soufleuse“. Christiane Weidringer und ihre Handpuppen und Marionetten vom Figurentheater Weidringer aus Erfurt sind die meist beschäftigten Akteure in dieser Woche im Elbe-Elster-Kreis. Die Aufführung im Langhaus war nach den Spielstätten Gärtnerei Winde und Museum Mühlberg bereits die dritte Aufführung der „Zauberflöte“. Die Mühlberger Museumsleiterin Martina Pöschl schwärmte von der Aufführung in Mühlberg und gönnte sich das Erlebnis in Elsterwerda noch einmal.

In der Puppenspielvariante von Christiane Weidringer und Regisseur Harald Richter, der vor Ort für reizvoll Lichteffekte sorgte, ist Mozarts „Zauberflöte“ Welturaufführung der besonderen Art. Auf der zauberhaften Miniaturbühne verlassen Frau Gerlinde Salieri zu Beginn die Lebensgeister, so dass sich die Souffleuse ihren Lebenswunsch erfüllen und selbst Regie führen kann. Dabei machen es ihr die Handpuppen und Marionetten nicht leicht, denn die Vögel wollen endlich Damen sein und mitsingen, Papageno kann bei den auferlegten Prüfungen das Plappermaul nicht halten, Prinzessin Pamina wird fast vom brutalen Wüstling Monostatos ermordet und die Königin der Nacht und Sarastro dirigieren aus dem Hintergrund. Natürlich geht alles gut aus, Prinz Tamino bekommt seine Pamina und Papageno seine Papagena und dazu viele kleine Papagenos. Frau Salieri ist wirklich tot. Warum hat sie auch regelmäßig das Thronfolger-Gift verabreicht?

Souverän beherrscht Christiane Weidringer den schwierigen Spagat zwischen Marionetten- und Handpuppenspiel und lässt das Publikum auch an ungeplanten „Verwicklungen“ teilhaben. Die Highlights aus Mozarts Musik sind meisterhaft eingespielt wie die vom Weimarer Musiker Andreas Kuch neu zum Chanson umkomponierte erste Arie der Königin der Nacht. Der Mozartkenner freut sich über Metaphern und Anspielungen. So kommen die adlig-erhabenen Figuren wie Pamina und Tamino als Marionetten daher und die Klappmaulpuppen stehen für das bodenständige Volk. Sarastro taucht nur als Schatten auf. Die Zuschauer im Langhaus freuten sich über die schauspielerisch gelungenen Einmischungen der Spielerin Christiane Weidringer ins Geschehen, über dramatische tolle Lösungen und die dreifachen Bühnenoptionen. Entsprechend war der Beifall.

Christiane Weidringer ist zum ersten Mal beim Elbe-Elster Puppentheaterfestival dabei und ist des Lobes voll über die Organisation, die Betreuung und die tollen Spielorte.

Die gibt es für die „Zauberflöte“ noch am Donnerstagabend in der „Arche“ in Finsterwalde als Veranstaltung des Rotary-Clubs Finsterwalde und am Freitagabend in der Bücherkammer Herzberg.

 Christiane Weidringer und Regisseur Harald Richter nach gelungener Aufführung mit ihrem Puppenarsenal.
Christiane Weidringer und Regisseur Harald Richter nach gelungener Aufführung mit ihrem Puppenarsenal. FOTO: Jürgen Weser