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| 13:13 Uhr

Wiederaufbau-Jubiläum wird begangen
Kosaken brennen Kirche Altbelgern nieder

Die Kirche in Altbelgern wurde vor 200 Jahren wieder geweiht.
Die Kirche in Altbelgern wurde vor 200 Jahren wieder geweiht. FOTO: Förderverein Kirche zu Altbelgern
Altbelgern. Das Gotteshaus wurde bald wieder aufgebaut. Jetzt wird die Wiederweihe vor 200 Jahren gefeiert.

Nicht nur einmal brannte die Kirche zu Altbelgern bis auf ihre Grundmauern nieder. Im Jahr 1813 war es wieder soweit. Dieses Mal hatten russische Kosaken Hand angelegt, wird überliefert. Innerhalb von nur vier Jahren, blickt der örtliche Förderverein des Gotteshauses zurück,  gelang der Wiederaufbau. Am Ostersonntag 1818 wurde die Kirche im neuen Gewand eingeweiht.

„Genau das gibt uns Anlass zum Feiern“, so Johannes Schneider vom Förderverein. Am Sonnabend (2. Juni) um 14 Uhr sind alle eingeladen, die das Jubiläum „200 Jahre Kirche zu Altbelgern“ mitfeiern möchten.

Doch zunächst ein Blick zurück: Kirchenpolitisch nahm das Gotteshaus damals eine große Bedeutung ein. Altbelgern war der Mittelpunkt eines großen Pfarrbereiches, der von Uebigau, Schmerkendorf, Blumberg, Koßdorf, Martinskirchen über Bönitz und Stehla bis Liebersee reichte.

Bedingt durch den historisch-gesellschaftlichen Wandel, auch im Zuge des Sozialismus und der heutigen Zeit, in der der sonntägliche Kirchgang nicht mehr zum „Ansehen“ gehört, verlor auch die Kirche an Bedeutung und Aufmerksamkeit.

Heute ist sie ein stummer Zeuge von Leben und Tod, Glück und Tragödie. Gleichzeitig ist sie seit jeher ein Rückzugsort für das stille Gebet, ein Dach für die Seele.

Im Jahre 2014 kam es zum Aufbruch. Eine Gruppe unterschiedlichster Menschen jeden Alters, kirchlich und nicht kirchlich, hat sich dem historischen Gebäude angenommen. „Wir haben einen Verein gegründet, der das Gebäude erhält und wiederbelebt, dies vor allem auch kulturell“, so Johannes Schneider.

So wurden in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Kleinspenden, auch im Rahmen von vielfältigen Veranstaltungen, Turmfenster, Türen und viele weitere kleinere Maßnahmen, wie die Anschaffung von Sitzauflagen, finanziert.

In diesem Jahr, anlässlich der Wiedereinweihung vor 200 Jahren, erwartet die Besucher die Weihe der zweiten Glocke. Diese verdankt die Kirchgemeinde einem privaten Spender. Mit Unterstützung des Kirchenkreises können außerdem zeitnah neue Fenster im Kirchenschiff eingesetzt werden.

Das Weihfest „200 Jahre Kirche zu Altbelgern“ mit Glockenweihe und Konzert wird am Sonnabend stattfinden. Dann hat jeder auch die Möglichkeit, die neu gegossene Glocke aus der Nähe zu bewundern.

Um 16 Uhr erwartet die Besucher ein Konzert mit russisch-kosakischer Musik. Elena und Alexander Danko präsentieren mit dem Bajan (russisches Knopfakkordeon) nicht nur in Europa bekannte Lieder wie „Schwarze Augen“ und „Katjuscha“, sondern bieten dem Publikum eine Stunde lang eine bunte Palette von in Russland bekannten, traditionellen Stücken. „Lassen Sie sich bewegen, beleben und begeistern von einer Kirche im Aufbruch!“, lädt der Förderverein zum Kommen ein.

Weitere Informationen und Veranstaltungshinweise unter www.fv-kirche-zu-altbelgern.de oder auf Facebook.

(mf)