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| 13:47 Uhr

Prost zum 130. in Bad Liebenwerda
Wenn Planken schwanken, liegt es wohl am vielen Bier

Zum Jubiläum „130 Jahre Hafenschenke“ übergibt der Bad Liebenwerdaer Bürgermeister Thomas Richter eine ansehnliche Urkunde an das Wirtsehepaar Götz Gustaf und Marina Walther.
Zum Jubiläum „130 Jahre Hafenschenke“ übergibt der Bad Liebenwerdaer Bürgermeister Thomas Richter eine ansehnliche Urkunde an das Wirtsehepaar Götz Gustaf und Marina Walther. FOTO: Veit Rösler
Bad Liebenwerda. Lange durchgehalten: Seit 130 Jahren ist die Hafenschenke in Bad Liebenwerda schon im Besitz der Familie Walther. Von Veit Rösler

Eine stattliche Urkunde zum 130. Geburtstag der Hafenschenke haben Wirt Götz Gustaf Walther und seine Frau Marina erhalten. Dies sei, so Bürgermeister Thomas Richter, Dank und Anerkennung für die Ausdauer und die Bereitschaft, die Einwohner und Gäste der Kurstadt zu bewirten. Mitten im Binnenland wird sich die Urkunde nun zwischen Segelschiffen, nautischen Vermessungsinstrumenten und zahlreichen Meeresmotiven wiederfinden.

Die heutige Hafenschenke in der Bahnhofstraße wurde vor 130 Jahren vom Urgroßvater von Götz Walther, von Karl Gustaf Walther, dem damaligen Sandproduzenten Weiland abgekauft. Darin befand sich ursprünglich ein Verwaltungsbüro des Unternehmens. Da Karl Gustaf Walther über eine Ausschanklizenz verfügte, wurde am damaligen südlichen Brückenkopf der Schwarzen Elster am 1. Juli 1888 eine gleichnamige Gastwirtschaft eröffnet. Von 1914 bis zum 15. September 1952 wurde die Gastwirtschaft von dessen Sohn Friedrich Gustaf Walther geführt. Dessen zweites Standbein, wie damals üblich, war im Hinterhof eine Fleischerei mit Ladengeschäft.

Dessen Sohn Jürgen Friedrich Gustaf Walter übernahm am anschließend die Gastwirtschaft, ohne die Fleischerei weiter zu führen. Am 1. Juli 1998 stieg schließlich der heutige Wirt Götz Gustaf Walther.

Die künstliche Engstelle an einem Brückenkopf und die damit verbundene verkehrsgünstige Lage sorgten kontinuierlich für gute Geschäfte. Nur der Bau des nahen Supermarktes sowie die damit verbundene längere Straßensperrung mit Umleitung sorgten in den Jahren 2015 und 2016 für große Probleme.

Der Name „Hafenschenke“ ist eine im Volksmund entstandene Bezeichnung, die ursprünglich auf eine Seemannsglocke zurückzuführen ist, die der Gastwirtschaft von einem Gast geschenkt wurde. „Einen Hafen hat es vermutlich in Liebenwerda niemals gegeben“, meint der wissenschaftliche Mitarbeiter im Museum Bad Liebenwerda, Ralf Uschner. Solche Bezeichnungen seien im Binnenland seien aber durchaus üblich, wurden die Gasthäuser doch als eine Art Hafen empfunden, in den nach der Arbeit eingekehrt wurde. Götz Gustaf Walther hat gezielt nautische Sammlerstücke in Ost- und Nordseehäfen sowie auf Trödelmärkten  erworben, um diese ausstellen zu können. Den Gästen scheint es zu gefallen.