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| 14:53 Uhr

1000 Kilometer entlang alter Kriegerpfade
Thomas Stolz pilgert 1000 Kilometer

 Vorerst das letzte Training in Elsterwerda: Kampfsportler Thomas Stolz (links) bricht zu einer Pilgerreise nach Japan auf.
Vorerst das letzte Training in Elsterwerda: Kampfsportler Thomas Stolz (links) bricht zu einer Pilgerreise nach Japan auf. FOTO: VRS
Elsterwerda. Der Elsterwerdaer Kampfsportlehrer will in Japan Land, Leute und die Traditionen besser kennenlernen.

Mehr als 60 Sportler der japanischen Kampfkunst aus Würzburg, Berlin, Wolfsburg, Leipzig, Cottbus und Riesa haben am Wochenende am Abschlusstraining von Kampfsportler Thomas Stolz teilgenommen. Der leidenschaftliche Japan-Fan und Leiter des Kuroi-Tora-Dojo-Kampfsportvereins Elsterwerda verabschiedet sich mit der Veranstaltung für ein halbes Jahr in das Land der aufgehenden Sonne.

Bei den Teilnehmern des Abschlusstrainings handelt es sich um die Trainer und einige ihrer Schüler, die über die Jahre des Bestehens des Vereins  selbst bei Thomas Stolz ausgebildet wurden. In Japan wird Thomas Stolz nach europäischen Maßstäben auf eine Art Pilgerreise gehen, um Land, Leute und die Traditionen der Japaner besser kennenzulernen. Abseits der Touristenpfade lässt sich das ursprüngliche Japan tiefgründiger erleben, auch um die Ursprünge des Kampfsportes besser zu ergründen und zu begreifen.

Die Route, die über 1000 Kilometer zu Fuß zurück gelegt werden soll, führt entlang überlieferter alter Kriegerpfade. Erst im Herbst wird Thomas Stolz zurückkehren. Auf Wunsch der Vereinsmitglieder sollen die Stationen und Informationen über die Reise über die sozialen Medien übermittelt werden, sofern auf den abseits gelegenen geheimen Wegen der alten Krieger Internet verfügbar ist.

Für Thomas Stolz ist es die zwölfte Reise nach Japan. Auf einer der vorangegangenen Reisen hat der Kampfsportlehrer bereits vor Ort in Japan das Zertifikat über das Bestehen der Prüfung zum 15. Dan und damit zum Meister erworben. Unterschrieben und besiegelt von Großmeisters Masaaki Hatsumi. Der 15. Dan bedeute, so Thomas Stolz, das er in seiner Kampfsportart, dem Ninjutsu, „angekommen“ sei. Darüber hinaus gebe es keine weiteren Prüfungen mehr. Der Geprüfte habe bewiesen, über die Kampfkunst hinaus, dass er das Leben verstanden habe, insbesondere die gesellschaftlichen und die sozialen Zusammenhänge und die Mechanismen der Natur, erklärt der Träger des 15. Dan Thomas Stolz. Im Ninjutsu werden nicht nur Schlag-, Tret- und Wurftechniken gelehrt, sondern vielumfassend auch Lehren der Natur, der Medizin, insbesondere der Ersten Hilfe, der Meditation und der Psychologie vermittelt.

Für Thomas Stolz begann der Weg zum Kampfsport in der ersten Klasse in der Johannes-Dieckmann-Oberschule Elsterwerda. Der Weg führte über eine Arbeitsgemeinschaft „Judo“ in Biehla, über einen zu DDR-Zeiten offiziell verbotenen Karate-Verein in Lauchhammer zu einer Sonderausbildung in Kampftaktik bei der NVA, wo der gelernte Koch eigentlich als Küchenleiter eingesetzt war. Nach der Armeezeit und der politischen Wende wollte Thomas Stolz seine Leidenschaft als Kampfsportler weiter ausbauen. Auf der Suche nach einer Neuorientierung, insbesondere der Suche nach Trainingspartnern, wurde eine Interessengemeinschaft gegründet, aus der heraus am 16. April 1996 der Kuroi-Tora-Dojo-Kampfsportverein gegründet wurde.

 Vorerst das letzte Training in Elsterwerda: Kampfsportler Thomas Stolz (links) bricht zu einer Pilgerreise nach Japan auf.
Vorerst das letzte Training in Elsterwerda: Kampfsportler Thomas Stolz (links) bricht zu einer Pilgerreise nach Japan auf. FOTO: VRS
(vrs)