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| 19:00 Uhr

Tierschützer wollen Isegrim aus Rosenthaler Rudel retten
Wolfsabschuss vorerst aufgeschoben

Der Wolf sorgt wieder für Wirbel im Lausitzer Revier.   
Der Wolf sorgt wieder für Wirbel im Lausitzer Revier.   FOTO: Julian Stratenschulte / dpa
Bautzen. Untere Jagdbehörde setzt Tötung eines Tieres aus dem Rosenthaler Rudel aus.

Der Protest der Naturschützer gegen den Abschuss eines Wolfes aus dem Rosenthaler Rudel bei Ralbitz (Landkreis Bautzen) hat einen ersten Erfolg erzielt. Wie das Verwaltungsgericht Dresden mitteilte, hat die Untere Jagdbehörde im Landkreis Bautzen den Antrag auf die Tötung eines Tieres aus dem Rosenthaler Rudel bis zur Entscheidung des Gerichts ausgesetzt.

„Wir prüfen nun, ob die Abschussgenehmigung zu Recht erteilt wurde“, sagte eine Sprecherin am Freitag. Mit einer Entscheidung rechne sie nicht vor kommender Woche.

Die vorläufige Gnadenfrist für den Lausitzer Wolf haben unter anderem Grüne Liga Sachsen und der Verein Wolfsschutz-Deutschland erwirkt. Sie beauftragten die Rechtsanwaltskanzlei Baumann aufgrund von Unklarheiten im Genehmigungsverfahren einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht einzureichen. Nach Ansicht der Kanzlei ist eine Abschussgenehmigung für einen Wolf unter anderem aufgrund bestehender Alternativen wie Vergrämung mit dem europäischen Naturschutzrecht unvereinbar. Naturschutzrichtlinien verlangten, dass sämtliche Alternativen vorab ausgeschöpft würden. In Zeiten von genetischen Proben und Peilsendern mute das Vorgehen Sachsens wie eine mittelalterliche Wolfsjagd an, hieß es vom Nabu.

Indes hat die Kriminalpolizei Ermittlungen zu einer erschossenen Wölfin aufgenommen, die bei Potsdam getötet wurde. Bislang wurde der dänische Jäger, der verantwortlich sein soll, nicht vernommen, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Die Ermittler wollen herausfinden, warum auf das Tier geschossen wurde. Am Donnerstag war die Wölfin bei der Gesellschaftsjagd in einem Forstrevier bei Bad Belzig getötet worden. Der Jagdleiter erstattete danach laut Umweltministerium Anzeige gegen den Jäger. Länder Seite 5

(dpa/roe)