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Zwölf Menschen sterben nach Unfällen

Verkehrsunfälle gab es im Spree-Neiße-Kreis im vergangenen Jahr zwar weniger, aber die Zahl der Verletzten ist gestiegen.
Verkehrsunfälle gab es im Spree-Neiße-Kreis im vergangenen Jahr zwar weniger, aber die Zahl der Verletzten ist gestiegen. FOTO: Igel
Cottbus. Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße ist erneut gesunken. Doch für Inspektionsleiterin Bettina Groß, die gestern die neue Statistik zum Unfallgeschehen im Jahr 2014 vorlegte, ist das kein Grund, die Geschwindigkeitskontrollen zu verringern. Die Zahl der Verletzten stieg nämlich sowohl in Cottbus als auch im ländlichen Bereich. Annett Igel-Allzeit

Die Spremberger wurden gleich im Januar geschockt. Erst starb ein 88-jähriger Radfahrer in der Berliner Straße, dann kam eine 75-jährige Seniorin in der Hoyerswerdaer Straße um, als sie mit ihrem Rollator die Fahrbahn überquerte. Zu 6630 Unfällen mussten die Polizisten in Cottbus und im Spree-Neiße-Kreis im Jahr 2014 ausrücken. Das sind aber 232 Unfälle weniger als im Jahr 2013.

Während die Zahl mit 3091 Unfällen in Cottbus nahezu gleich blieb - im Jahr 2013 waren es 3103 -, ist der Rückgang im ländlichen Umfeld von 3759 auf 3539 Unfälle deutlicher. Zu Tode gekommen seien 2014 in Cottbus zum Glück aber keine der Unfallbeteiligten. Im Spree-Neiße-Kreis dagegen, wo bereits 2013 genau acht Verkehrstote zu beklagen waren, kletterte die Zahl im Vorjahr auf zwölf. Zudem wurden 802 Menschen verletzt - 356 im Stadtbereich Cottbus und 446 im Spree-Neiße-Kreis.

Die häufigste Unfallursache im Jahr 2014 bleibt das Wild - trotz einer Verringerung von 1467 auf 1343 Fälle. 688 Auffahrunfälle passierten im vergangenen Jahr, und bei 490 Unfällen wurden die Vorfahrtsregeln nicht ausreichend beachtet. Auch 281 Unfälle wegen zu hoher Geschwindigkeit wären vermeidbar gewesen. "Aber nach 415 Unfällen wegen Rasens im Jahr 2013 können wir doch einen ordentlichen Rückgang feststellen. Es hilft also schon, regelmäßig Geschwindigkeiten zu kontrollieren. Und ich werde diese Kontrollen auch weiter verteidigen. Wir müssen die Aufmerksamkeit weiter auf dieses Problem lenken und das besonders in Bereichen, wo unsere Kinder und Senioren unterwegs sind", sagt Bettina Groß. Schließlich helfen die Geschwindigkeitsmessungen, auch Wildunfälle weiter zu verringern. Wer etwas langsamer unterwegs ist, kann eventuell noch auf das Reh oder die Wildschweinrotte reagieren.

Bei 91 Verkehrsunfällen 2014 im Inspektionsbereich war Alkohol die Ursache. Drogen spielten in zehn Unfällen die Hauptrolle. "Deshalb werden wir auch weiter auf Drogen und Alkohol testen. Hatten wir 2013 noch 37 folgenlose Fahrten unter Drogen gestoppt, konnten wir 2014 bereits 71 Fahrer unter Drogen am Steuer feststellen", so Groß.

Die demografische Entwicklung spielt in der Statistik zum Alter der Unfallversucher eine große Rolle. Von den 6630 Unfällen in Cottbus und in Spree-Neiße sind 948 von Senioren ab 65 Jahren verursacht worden - einfach auch, weil diese Bevölkerungsgruppe wächst. Im Gegensatz zu den jüngeren Fahrern rasen sie nicht, aber sind bei Vorfahrtsregeln und beim Abbiegen nicht mehr so aufmerksam oder unsicher. Bei Unfällen und Kontrollen merke die Polizei schon, dass dieser Fahrer oder jene Fahrerin nicht mehr so gut sieht oder hört. Das wird dann auch angesprochen, der Führerscheinstelle gemeldet und zum Arztbesuch geraten. "Trotzdem bin ich nicht für eine Altersgrenze beim Führerschein. Sie sollen fahren, so lange sie sich fit fühlen. Ich kenne viele Senioren, mit denen ich noch gern eine längere Reise unternehme, zu einigen jungen Menschen allerdings würde ich nicht ins Auto steigen", sagt Bettina Groß.

Weiter rückläufig ist die Zahl der jungen Fahrer (18 bis 24 Jahre) als Unfallverursacher. Durchweg positiv bewertet die Inspektionsleiterin das begleitete Fahren mit 17. "Es hilft den jungen Leuten beim Einschätzen der Verkehrssituation unheimlich, im ersten Jahr noch einen erfahrenen Fahrer neben sich zu haben. Die Unfälle nach der Disco im jugendlichen Überschwang haben wir kaum noch", sagt Inspektionsleiterin Bettina Groß.

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Auch die Straßenverkehrsbehörde Cottbus erinnert Autofahrer an ihre Geschwindigkeit. "Beim Blitzmarathon am Donnerstag überwachten wir von 6 bis 17 Uhr die Geschwindigkeit in der Universitätsstraße vor der Schule. Von 2825 Autofahrern haben 93 die 30 Kilometer pro Stunde missachtet. Spitzenreiter war ein Fahrer mit 59 Kilometer/Stunde. Ihn erwarten 80 Euro Geldbuße und ein Punkt in Flensburg", bilanziert Manuel Helbig, Leiter der Behörde.