Der stocktrockene und gestresste Buchhalter und seine anspruchsvolle und etwas gereizte Frau, ein seine Rollen ohne Rücksicht auf die Folgen auslebender Performancekünstler und dessen verständnisvolle, aber zunehmend genervte Blumenhändlerfrau bilden ein komödiantisches Beziehungsgeflecht. Alle fühlen sich in ihren Ehen zunehmend unwohl und meinen, die süßesten Früchte jeweils im befreundeten Paar zu finden.

Wo die einen Spaß und Spontanität vermissen, suchen die anderen gemeinsame Gesprächsthemen und Harmonie. Vergessene Einkäufe und ignorierte Verabredungen belasten Beziehungen eben so wie ständiger Ärger in der Öffentlichkeit, Schäden und Strafmandate. Es wird genörgelt, gestritten, sich gelangweilt. Als der Performancekünstler 24 Stunden am Tag in die Rolle eines Ritters schlüpft und mit dem Schwert eine aufblasbare Hüpfburg zur Strecke bringt, eskaliert die Situation. Ein Partnertausch scheint der beste Ausweg. Doch ob sich die süßesten Früchte aus Freundesgarten auf Dauer munden, soll ein zweiwöchiger Testlauf zeigen. Dieser enthüllt so manches Geheimnis. Um die mit viel Komik aufgeladenen Konflikte hat Stefan Vögel in alltägliche Situationen und Probleme drapiert. Einige werden den meisten Zuschauern nicht unbekannt sein und sie über das Stück hinaus nachdenklich stimmen.

Michael Krieg-Helbig geht in der Beziehungskomödie ganz in der Rolle des Performancekünstlers auf, der Unordnung als idealen Nährboden für die Kunst anzieht und für diese keine Grenzen akzeptiert. Suzanne Kockat überzeugt als anspruchsvolle, gern nörgelnde Frau, die Aufmerksamkeit fordert, leben will und Spontanität schätzt. Benjamin Hirt gibt gekonnt den Buchhalter, dessen biedere Fassade einiges übertüncht. Ann Tröger vermag ihrer zurückhaltenden Blumenhändlerin mit selten erfüllten Sehnsüchten eine überzeugende Gestalt zu vermittelt.

Die süßesten Früchte sind am 15., 16. und 18. Juli jeweils um 20.30 Uhr in der Spielstätte der Theaternative C zu erleben.