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Zwischen fetter Henne und rotem Sonnenhut

Anne Jahr ist die Leiterin des Kräutergartens in Dissen. Dort wird im Moment noch fleißig geerntet und alles für den Saisonabschluss am Sonntag ab 13 Uhr vorbereitet.
Anne Jahr ist die Leiterin des Kräutergartens in Dissen. Dort wird im Moment noch fleißig geerntet und alles für den Saisonabschluss am Sonntag ab 13 Uhr vorbereitet. FOTO: Hirche/jul1
Dissen. Die igeligen Knospen des Roten Sonnenhuts sind noch gut zu sehen, hunderte kleine rote Kugeln hängen an der wilden Tomatenpflanze, schwarze Saubohnen zieren die schon vertrockneten Stiele – im Kräutergarten in Dissen ist noch jede Menge zu entdecken: in den zehn Abteilungen nach botanischen Familien geordnet, im Areal mit kulturhistorischen Nutzpflanzen, im Färbepflanzenbeet, im Hochbeet und auf der Küchen- und Würzkräuterfläche. Überall ernten die drei Mitarbeiter des Kräutergartens noch fleißig. jul1

Vieles davon wird am Sonntag beim Saisonabschluss zwischen 13 und 17 Uhr gegen eine Spende angeboten. "Bei uns ist dieses Jahr fast alles bestens gewachsen. Liebstöckel war zum Beispiel zwei Meter hoch, auch unser Eibisch war überdimensional groß", schwärmt Anne Jahn, die Gartenchefin, über das nun zu Ende gehende Gartenjahr ohne zu verschweigen, dass auch das Unkraut bestens gediehen ist. Damit ist das zweite Jahr am neuen Standort erfolgreich. Jetzt wird über eine Erweiterung des Geländes im Rücken der Dissener Kirche in Nachbarschaft zur Freilichtanlage "Stary lud" zwischen Kuhweide und Damhirschgehege nachgedacht. "Wir brauchen noch Flächen für Projekte. So sollen ein Insektenhotel und ein Steinhaufen für Kleintiere entstehen. Es wird Platz für unsere 36 historischen Kartoffelsorten und die alten Getreidearten gebraucht. Eine Bienenweide soll in Zusammenarbeit mit der Nagola Re GmbH geschaffen werden. Außerdem denken wir über Beete nach, wo dargestellt wird, welches Kraut gegen welche Krankheit hilft. Omas Wissen darf nicht verloren gehen", erklärt Anne Jahn. Die 28-Jährige weiß, dass Beinwell gut bei Verstauchungen und Brüchen als Salbe und Mädesüß gegen Fieber hilft sowie Eibisch gegen Halskratzen wirkt. Bei Führungen am Sonntag wird sie auch darüber sprechen.

Gäste, die beim Saisonabschluss dabei sind, können Pflanzen und Sämereien kaufen. Es gibt Produkte zu Vorzugspreisen, unter anderem die in diesem Jahr erstmals produzierten Heilkräuterteesorten. Wer möchte, kann auch Obstbäume bestellen. Man kann dabei aus mehr als 300 alten Sorten auswählen. Für das leibliche Wohl der Besucher ist natürlich gesorgt. Besucher sind herzlich willkommen.