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| 06:00 Uhr

Zweispänner-WM in Drebkau
Tierschutz wird im Fahrsport großgeschrieben

 286 Pferde sind für die WM in Drebkau gemeldet.
286 Pferde sind für die WM in Drebkau gemeldet. FOTO: LR / Hammerschmidt Frank
Drebkau. Jana Kirsten untersucht als WM-Tierärztin in Drebkau alle anreisenden Pferde. Nur wer gesund ist, darf starten. Bedenken von Tierschützern teilt sie nicht: Den Fahrern liegen ihre Pferde am Herzen.“ Ohne topfitte Tiere kein Erfolg. Von Andrea Hilscher

Es nieselt in Drebkau, doch stören lässt sich davon niemand auf der weitläufigen Anlage am Schlosspark Raakow. Es ist Anreisetag. 84 Gespanne aus 24 Nationen suchen ihren Platz im Fahrerlager. Deutsch, Französisch, Niederländisch – Verständigung ist unter den Profis der Gespannfahrerwelt kein Problem. Ihr erster Kontakt auf dem WM-Gelände ist Jana Kirsten. Sie wurde von der Internationalen Reiterlichen Vereinigung FEI als betreuende Tierärztin bestellt.

Jedes Pferd wird vom Tierarzt begutachtet

FOTO: LR / Hilscher

Für die Fahrer, die mit ihren Tieren oft mehrere Tage im Lkw unterwegs waren, ein aufregender Moment. Sie müssen jedes Pferd von der Tierärztin checken lassen. „Ich gucke mir jedes Tier an, achte auf den Gesamteindruck und messe die Temperatur“, sagt Jana Kirsten. Manche Pferde vertragen die lange Anreise nicht, reagieren mit Fieber und Muskelzittern. „Aber das ist selten“, sagt die Ärztin. „Die Fahrer kennen ihre Tiere und wissen, wie sie mit ihnen umgehen müssen. Pferd und Fahrer bilden eingespielte Teams, die können sich aufeinander verlassen.“

FOTO: LR / Hilscher

Maxime Maricourt startet für Frankreich. Er ist 1300 Kilometer aus der Normandie angereist, hat seinen Pferden zwei Übernachtungen auf dem Weg gegönnt. „Damit sie frisch in Drebkau ankommen“, erzählt er lächelnd.

FOTO: LR / Hilscher

Nur gesunde Tiere dürfen an den Start

286 Pferde muss Jana Kirsten untersuchen, 286 Pferdepässe kontrollieren. Sind die vorgeschriebenen Impfungen vorhanden, stimmt die Identität des Pferdes? Das meiste ist Routine. Sollte sich ein Pferd beim Transport eine Schramme zugezogen haben, wird es im separaten Behandlungszelt versorgt. Ist ein Pferd allerdings krank oder braucht indizierte Medikamente, darf es nicht an den Start.

FOTO: LR / Hilscher

Zudem kontrolliert ein extra Dopingtierarzt, ob alle Bestimmungen der FEI eingehalten wurden. Die Regeln sind streng, schon eine kleine Menge verunreinigtes Futter könnte zum Ausschluss eines Pferdes führen. Die Fahrer achten daher streng auf Sauberkeit, bringen ihr eigenes Kraftfutter mit zum Wettkampf.

Sportlich bis ins hohe Alter

„Die Fahrer sorgen intensiv für ihre Sportpartner“, sagt die Ärztin. Bedenken von Tierschützern teilt sie nicht. „Wir haben hier Pferde, die sind 20 Jahre alt und bringen auch in diesem hohen Alter sportliche Höchstleistungen. Das oberste Motto der FEI lautet ,Welfare of the horse – das Wohlergehen des Pferdes steht an oberster Stelle.´“