ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:03 Uhr

Heißes Einsatzjahr
Löschfahrzeug für den neuen Stützpunkt

 Feuerwehr Cottbus
Feuerwehr Cottbus FOTO: Feuerwehr Cottbus
Cottbus. Die Cottbuser Feuerwehr hat zwei neue Autos in ihren Fuhrpark aufgenommen. Sie sind Zeichen eines Wandels.

Mit zwei großen Schöppern aus einem Löscheimer hat der Cottbuser Feuerwehr-Vize Uwe Schulze kurz vor Weihnachten zwei neue Fahrzeuge getauft. Dabei handelt es sich um ein Löschfahrzeug und einen Transporter für die Jugendfeuerwehr. Er nahm sie offiziell in den Dienst mit den Worten: „Auf dass Du alle Kameraden immer heil nach Hause bringst.“ Dabei steht das Zuhause für das 360 000 Euro teure Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 noch nicht einmal. Deshalb kommt das nagelneue Fahrzeug zunächst in Gallinchen unter. Es bedeutet aber viel mehr als neue Ausstattung. Es ist vor allem ein Zeichen für den Umbruch, in dem sich die Freiwilligen Feuerwehren in Cottbus derzeit befinden.

Im Jahr 2019 wird in der Nähe des Fernsehturms im Cottbuser Süden eine neue Stützpunktfeuerwache errichtet. Sie wird die Gerätehäuser in Gallinchen, Groß Gaglow, Kiekebusch und Madlow ersetzen. Für die Wachen in den einzelnen Ortsteilen müssen neue Nutzungskonzepte gefunden werden. Das Geld für die Wache Süd ist bereits da. Das Land fördert das Projekt mit 1,2 Millionen Euro. Die Stadt selbst legt noch einmal 800 000 Euro obendrauf. Mit der Zusammenlegung der Wehren soll eine bessere Dienstbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr erreicht werden. Denn in Cottbus unterstützen die Ehrenamtler die Berufsfeuerwehr bei allen Einsätzen.

Welche Leistung hinter diesem einfachen Satz steckt, macht Uwe Schulze bei der Versammlung des Stadtfeuerwehrverbandes deutlich. „In diesem Jahr sind wir zu 69 Einsätzen nur wegen der Trockenheit ausgerückt“, sagt er und fügt an: „Dahinter verbergen sich 245 Mann.“ In seiner 25-jährigen Dienstzeit habe er noch nie solch ein Einsatzjahr erlebt, sagt der Feuerwehr-Vize. Neben den Wald- und Vegetationsbränden haben sich die Feuerwehrleute zudem um das städtische Grün gekümmert. Über Wochen wässerten sie regelmäßig Bäume, die ansonsten eingegangen wären. „Dabei sind wir in Cottbus noch glimpflich davongekommen“, ergänzt Schulze. „In der Lieberose Heide standen 400 Hektar in Flammen. Unsere Kameraden haben das selbst erlebt bei mehrfachen Einsätzen und den Gefahren der roten Zone.“ Wegen des munitionsverseuchten Areals darf die rote Zone nicht betreten werden. Auch beim verheerenden Waldbrand in Treuenbrietzen vor den Toren Berlins und dem Reifenlagerbrand in Senftenberg waren Cottbuser Feuerwehrleute im Einsatz.

„Für uns gibt es keinen Unterschied zwischen Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr“, betont Uwe Schulze. Deshalb werden die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt nach und nach mit der gleichen modernen Einsatzbekleidung ausgestattet, wie die Berufsfeuerwehr. In diesem Jahr wurde der Anfang gemacht in Sachsendorf, Schmellwitz, Branitz, Sandow und Ströbitz. „Im nächsten Jahr setzen wir das fort.“ Zudem hat die Stadt Cottbus trotz klammer Kasse 200 000 Euro für die Sanierung der Feuerwehrtürme in Sielow und Ströbitz bereitgestellt. Und die Wache II in der Ewald-Haase-Straße und die Wache in Branitz wurden mit Absauganlagen ausgerüstet. Die Berufsfeuerwehr ging bei den ganzen Investitionen nicht leer aus: Sie wurde in diesem Jahr mit zwei neuen Löschfahrzeugen ausgestattet.

„Eigentlich kostet die Feuerwehr nur Geld“, das sagt Feuerwehr-Vize Schulze mit einem Augenzwinkern zu Sozialdezernentin Maren Dieckmann (parteilos) bei der Fahrzeugübergabe. Die entgegnet: „Feuerwehr kostet Geld. Das ist richtig. Aber ohne gute Ausrüstung ist eine gute Arbeit nicht möglich.“ Die Sozialdezernentin freut sich vor allem über das neue Dienstfahrzeug für die Jugendfeuerwehr. „Auch ohne Blaulicht und Alarm ist es wichtig“, sagt sie. „Denn mit der Arbeit wird das Gemeinwesen gestärkt.“ Der Transporter wird nicht zu übersehen sein, schließlich trägt er Schriftzug und Logo der Cottbuser Jugendfeuerwehr.