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Zwei Künstler teilen sich Leidenschaft für die Malerei

Ein lang gehegter und lange unterdrückter Kindheitstraum, der wahr wurde, das ist der Weg zur Kunst für die Malerin Anette Lehmann-Westphal. Ein Wink des Schicksals war Benjamin Herzogs erster Kontakt mit diesem Metier. Beide haben nun ihren Platz und eine Aufgabe in der Kunst gefunden. Eine gemeinsame Ausstellung gibt Einblick in ihr Schaffen. Von Daniela Kühn

Verschiedene Mal- und Gestaltungstechniken, konträre Ausdrucksweisen, unterschiedliche Motive - das alles vereint die neue Ausstellung „Kunst von Menschen in Cottbus“ . Unter diesem Titel hat Gertruda Maltschew bereits zum sechsten Mal die Werke von meist noch unbekannten Künstlern, Hobbymalern, Gestaltern oder Fotografen in die Geschäftsräume der Cottbuser SPD geholt und damit farbige Akzente gesetzt.
Diesmal stellen zwei Künstler aus, die als Maler bereits einen Namen haben. Anette Lehmann-Westphal und Benjamin Herzog. Beide leben für die Kunst, gehören zum Projektteam der Kunst.Fabrik Cottbus, die ebenfalls Laienkünstlern eine Plattform bietet. Ihr Leiter Dr. Dieter Thiel alias Benjamin Herzog zeigt einige seiner Werke nun in der Ausstellungsreihe, die sonst den noch namenlosen Künstlern die Chance bietet, meist zum ersten Mal öffentlich auszustellen. „Es begann damit, dass ich als kleiner Junge eine professionelle Malausrüstung auf dem Dachboden gefunden habe. Die Ölfarben und die anderen Utensilien regten mich zum Spiel mit den Farben an.
Über die Kindertage hat sich das bis heute erhalten“ , erzählt Benjamin Herzog. Und ist gereift. Porträts und Landschaften zeigen seine ausgewählten Bilder. „Mein großes Vorbild ist Carl Blechen, der mir schon als Schüler imponierte. Damals war nicht daran zu denken, dass ich mal in Cottbus leben würde“ , sagt der gebürtige Hamburger. Von der Kopie alter Meister hat er im Laufe der Jahre zu seinem eigenen Stil gefunden, den er selbst als stillos bezeichnet. Seine toskanischen Landschaften hat Herzog mit einer speziellen Technik aus Kreide und Autolackfarben gestaltet. Ebenso die Baumreihe entlang einer Straße, von der aus sich der Betrachter an einen anderen Ort träumt.
Dieses Bild hat Anette Lehmann-Westphal favorisiert und hofft, es einmal in ihrem Besitz haben zu können. Ihre eigenen ersten drei Bilder sind unverkäuflich. Abstrakte Aquarelle. „Sie haben bei mir den Aha-Effekt ausgelöst. Mit diesen Bildern habe ich endlich das gewagt, was ich immer machen wollte“ , so Anette Lehmann-Westphal. „Ich hatte Herzklopfen bei dem Gefühl von Farbe an meinen Händen“ , schwärmt sie. Diese Euphorie war es ihr wert, ihr Leben umzukrempeln. „Ich kündigte meinen Job, um mich ganz der Malerei zu widmen.“ Ein gewagter Schritt, den die freischaffende Künstlerin mit Atelier in Cottbus nicht bereut hat.
Verschiedene Techniken und Motive gehören zum facettenreichen Schaffen der dynamischen Frau. Abstrakte Ölbilder und Landschaftsaquarelle gehören zu den nun ausgestellten Werken. „Augenblicksmomente faszinieren mich“ , sagt Anette Lehmann-Westphal und deutet auf ihr Bild, das ein Haus in der Kolkwitzer Straße in Ströbitz zeigt. „Immer wenn ich mit dem Auto dort vorbei gefahren bin, hat mich die Lichtwirkung auf dieses Haus gefesselt.“ Also hat sie diese Wirkung, die Ausstrahlung künstlerisch festgehalten. Wie den Hafen oder Straßenzüge der kroatischen Stadt Split, Ansichten von Branitz oder ein Fließ im Spreewald. Blau und grün sind die vorherrschenden Farben in ihren berührenden, emotionalen, geheimnisvollen Bildern.

Service Kunst in Cottbus
 Die Ausstellung Kunst von Menschen in Cottbus ist bis Mitte April in den Geschäftsräumen der Cottbuser SPD, in der Mühlenstraße 17, zu sehen.