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| 05:30 Uhr

Dürre-Sommer
Zusätzliches Wasser für die Spree

Noch herrscht kein dramatischer Wassernotsand in der Spree. Doch wenn es so bleiben soll, braucht die Region endlich Regen.
Noch herrscht kein dramatischer Wassernotsand in der Spree. Doch wenn es so bleiben soll, braucht die Region endlich Regen. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Cottbus. Experten aus Brandenburg und Sachsen haben einen Katalog von Sofortmaßnahmen beschlossen, um den Wasserstand der Spree zunächst bis Ende September zu stabilisieren. Ganz ohne Folgen bleibt der Plan aber nicht. Am Fluss droht ein erweitertes Wasser-Entnahmeverbot. Von Torsten Richter-Zippack

Bis Ende September wird es in der Spree trotz der anhaltenden Dürre genügend Wasser geben. Die länderübergreifende Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Brandenburg und Sachsen hat bei einer Krisensitzung in dieser Woche entsprechende Not-Maßnahmen beschlossen. Darüber informierte Kurt Augustin, aus dem Potsdamer Umweltministerium.

Demnach sollen aus den sächsischen Speichern Lohsa II und Bärwalde im Lausitzer Seenland insgesamt 3,6 Millionen Kubikmeter Wasser in die Spree eingeleitet werden. Dazu hatten sich die Bergbausanierer von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) bereiterklärt.

Weitere 2,5 Millionen Kubikmeter strömen aus der Talsperre Spremberg in die Spree. Darüber hinaus stehen von den 20 Millionen Kubikmetern Wasser, die der Freistaat Sachsen aus den Talsperren Bautzen und Quitzdorf ohnehin nach Brandenburg liefert, zusätzlich drei Millionen Kubikmeter Wasser zur Verfügung.

Ohne die jetzt zusätzlich vereinbarten Mengen hätte bereits Anfang September nicht genug Wasser zur Stabilisierung der dürregeplagten Spree zur Verfügung gestanden.

Wegen der jetzt vereinbarten zusätzlichen Wassereinspeisungen muss nach Angabendes Brandenburger Umweltministeriums der maximale Sulfatwert der Spree für sechs Wochen von 450 auf 500 Milligramm je Liter angehoben werden. „Die Qualität des Trinkwassers wird dadurch nicht beeinträchtigt“, sagte Kurt Augustin dazu der RUNDSCHAU. Im Hitzesommer 2015 hatte es bereits ein ähnliches Prozedere gegeben.

Im Gegenzug reduziert der Bergbaukonzern Leag die Einleitung von stark sulfathaltigem Wasser aus dem Tagebau Nochten in die Spree.

Darüber hinaus soll bis spätestens 10. September entschieden werden, ob es ab der Talsperre Spremberg flussabwärts Nutzungseinschränkungen für das Wasser der Spree geben muss, kündigt Kurt Augustin an. „Das geht dann ganz schnell“, sagt der Fachmann. Wie ein Wasserentnahmeverbot genau aussieht, stehe derzeit aber noch nicht fest.

Am 10. September will sich die länderübergreifende Arbeitsgruppe Spree erneut treffen. Regnet es bis dahin nicht ausgiebig, müssen weitere Maßnahmen ins Auge gefasst werden.